Supergute Tage oder
Die sonderbare Welt des Christopher Boone

Foto: Stadttheater Gießen, mit freundlicher Genehmigung von Rolf K. Wegst.

Am Freitag, den 17.03.2017 sahen wir im Gießener Stadttheater „Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone“ nach dem Roman von Mark Haddon. Abdul M. Kunze, zuständig für Kinder- und Jugendtheater hat die Bühnenfassung dieses Romans mit großem Erfolg inszeniert. Das zeigte sicht auch daran, dass das Theater wieder rappelvoll war.

Wir bekamen einen Einblick in das Leben eines autistischen Jungen, der aus seiner fest gefügten kleinen Welt ausbricht, um den Mörder eines Hundes zu finden. Es begann mit einer komplizierten Abfolge von Klatschen, Schnipsen und Stampfen, was wir uns zunächst nicht erklären konnten. Dann stellte sich heraus, dass dieser sich öfters wiederholende Rhythmus Christopher zu beruhigen schien, wenn die jeweilige Situation ihn überforderte. Er weiß zwar alles über Mathematik und Physik, aber Unordnung, Überraschungen und fremde Menschen versetzen ihn leicht in Panik.

Mutig bricht er auf der Suche nach dem Hundemörder aus seiner kleinen Welt auf und beginnt eine spannende Reise, die sein bisheriges Leben komplett auf den Kopf stellt. Dabei muss er lernen, was es heißt, in der komplizierten Welt der Erwachsenen zu leben. Seine Lehrerin Siobhan tritt als Erzählerin auf und ließ uns so an seiner komplizierten Gedankenwelt teilhaben. Sie ermutigt ihn, ein Buch über seine Suche zu schreiben und half ihm in schwierigen Situationen.

Als am Ende Christopher seine Abiturprüfung in Mathe abgelegt hat und mit neuem Selbstvertrauen »Ich kann alles« sagt, dann war das für ihn ein superguter Tag. Schließlich stellt er fest, dass man alles schaffen kann, wenn man nur an sich glaubt und – er will sogar studieren. In Gießen.

Das Bühnenbild war recht spartanisch. Farbige Koffer in unterschiedlicher Größe symbolisierten Wohnung, Garten, Bahnhof, U-Bahn und Schule.

In der Gießener Allgemeinen Zeitung war über den Hauptdarsteller zu lesen: „Maximilian Schmidt spielt Christopher Boone auf sehr anrührende Weise, macht ihn zum Sympathieträger. Ihm gelingt es, das nerdige Verhalten des Jungen, der zwar in Mathe ein Genie ist, aber kaum in der Lage ist, Gefühle zu deuten, auf eher zurückhaltende Art zu zeigen. Mit starrem Gesichtsausdruck, hölzernen Bewegungen und unemotionalem Ton charakterisiert er Christopher vortrefflich, ohne ihn zum Freak zu machen. Zu Recht gibt es dafür am Ende vom Publikum auch lautstarken Applaus“.

Maximilian Schmidt hatten wir bereits als jungen Grenzgänger im „Weibsteufel“ gesehen.

GS

Fotos: Stadttheater Gießen, mit freundlicher Genehmigung von Rolf K. Wegst.