Villa Dolorosa – drei missratene Geburtstage im Stadttheater Gießen am Freitag, den 14. Juni 2019

Frei nach Tschechows „Drei Schwestern“ sahen wir im Stadttheater Gießen als letztes Schauspiel in dieser Saison im Großen Haus „Villa Dolorosa“, eine schwarze Komödie von Rebecca Kricheldorf, die Tschechows Figuren in die Gegenwart versetzt:

Die Schwestern Freudenbach – Irina, Mascha und Olga – feiern mal wieder Geburtstag. Sie leben mit Bruder Andrej in der maroden Familienvilla, verbrauchen ihr Erbe und langweilen sich. Während Olga wider Willen und ohne jegliches Interesse Direktorin ihrer Schule wird, wechselt Irina ihre Studienfächer genauso oft wie ihre Verehrern. Und Mascha ist unglücklich verheiratet, verguckt sich aber in verheirateten Freund ihres Bruders Andrej. Alle haben kein richtiges Ziel und sind nicht in der Lage, Entscheidungen zu treffen, um ihre Situation zu verbessern bzw. zu ändern. Ausnahme ist Janine, auf die die Schwestern wegen ihrer ärmeren Herkunft herabschauen: Im Gegensatz zu ihren Schwägerinnen ist sie fähig, etwas zu tun und gründet sogar eine Familie mit Andrej.

Ein interessantes Thema – schauspielerisch sehr gut in Szene gesetzt, allerdings war man am Ende auch der Meinung, dass EIN missratener Geburtstag ausgereicht hätte.