Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach

Foto: (gemeinfrei) Johann Sebastian Bach

Überpünktlich trafen wir am Mittwoch, den 7. Dez. 2016 in der katholischen Kirche St. Walpurgis ein. Während wir noch einige Minuten in dem kalten Vorraum der Kirche ausharren mussten, konnten wir den Dirigenten Jan Hoffmann beobachten, der noch letzten Schliff an Chor und Orchester legte.

Eine freundliche Mitarbeiterin der Wetzlarer Singakademie hatte für die fast 50 Mitglieder des Kulturrings die vorderen Bänke reserviert.  Das Weihnachtsoratorium ist ein sechsteiliges Oratorium für Solisten, gemischten Chor und Orchester. Das gesamte Werk kommt selten zur Aufführung, sondern hauptsächlich die ersten drei Kantaten, die Bach für die Weihnachtsgottesdienste komponiert hat.

„Jauchzet, frohlocket, auf preiset die Tage“, mit Pauken und Trompeten begann das bekannte Chorwerk. Die Verkündigung der Weihnachtsgeschichte wurde uns in feierlichen Chorälen und Arien zu Gehör gebracht. Unter der musikalischen Gesamtleitung von Jan Hoffmann spielte das Philharmonische Orchester des Stadttheaters Gießen. Im Mittelpunkt stand ein Riesenchor – bestehend aus dem Chor des Stadttheaters, dem Gießener Konzertverein sowie der Wetzlarer Singakademie.  Nicht wenige der Choräle kamen uns bekannt vor: Johann Sebastian Bach greift in seinem Oratorium auf Texte und Kompositionen von Paul Gerhard und auf  Martin Luther zurück.

Die Solisten waren der Bassbariton Simon Bailey, Ensemblemitglied der Oper Frankfurt und Gastsänger an der Mailänder Scala, Naroa Intxausti, die bis zur vorigen Spielzeit dem Gießener Ensemble angehörte, sowie die beiden neuen Sänger am Stadttheater Clemens Kerschbaumer und Maria Seidler.

Das Publikum war begeistert, es erlebte eine Sternstunde der Kirchenmusik. Nach dem letzten Takt des Weihnachtsoratoriums verklungen war, standen die Besucher in der vollbesetzten Kirche auf und spendeten Chor, Orchester und Solisten lang anhaltenden Beifall.