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Maria Magdalena – Hallenberg

Die letzte Fahrt von unserem diesjährigen Sommerprogramm führte uns nach Hallenberg. Wir waren zeitig da und konnten uns so auf die Vorstellung einstellen. Zum 70jährigen Jubiläum der dortigen Freilichtbühne stand eine Welturaufführung auf dem Programm:

„Maria Magdalena“
Musical von Birgit Simmler (Idee, Buch) und Paul Graham Brown (Musik)
In der Bibel gilt Maria Magdalena als Begleiterin und Vertraute Jesu. In dem Musical wird Maria Magdalena als starke Frau dargestellt, welche die dramatischen Ereignisse um die Entstehung des jungen Christentums mitgestaltet und miterlebt. Die Verzweiflung der Jünger nach der Kreuzigung Jesu steht zunächst im Mittelpunkt und es ist Maria Magdalena, die alles zusammenhält und nicht aufgibt.
Die ausgezeichneten Laienschauspieler brachten uns das anspruchsvolle Stück nachvollziehbar nahe.

Wir alle waren am Ende der Vorstellung begeistert von dieser grandiose Aufführung. Das engagierte Ensemble, die neben ihren schweren Rollen auch noch ein umgangreiches Gesangsprogramm zu bewältigen hatten, hatte das Publikum restlos begeistert. Dies zeigte auch der riesige Schlussapplaus am Ende der Vorstellung.

Anschließend standen die Schauspieler in ihren historischen Kostümen für das Publikum noch zu Gesprächen zur Verfügung.
Wir strebten jedoch zum Ausgang, da wir – wie immer nach einem Besuch in Hallenberg – zum gemeinsamen Abendessen ins nahe gelegene Gasthaus „Zum wilden Zimmermann einkehrten.

Der Medicus im Schlosstheater Fulda

„Der Medicus“ Musical nach dem Weltbestseller von Noah Gordon, Musik und Texte von Dennis Martin.

Am Freitag, den 22. Juli 2016 besuchten über 40 Mitglieder des Kulturrings „Den Medicus“ im Schlosstheater Fulda. Diese überwältigende Vorstellung übertraf alle Erwartungen. Den Verantwortlichen ist es gelungen, in knapp drei Stunden Spielzeit so viele Details wie möglich aus der umfangreichen Romanvorlage von Noah Gordon unterzubringen. Rasch wechselnde Kulissen und blitzartige Umbauarbeiten machten es möglich, auf kleinem Raum die ganze Welt des Medicus auf seiner Reise aus dem mittelalterlichen England ins persische Isfahan zu präsentieren.

Der bei der Premiere am 18.06.2016 anwesende Michael Gordon, Sohn des Autors, soll gesagt haben, die Aufführung habe ihn sehr ergriffen. Das ging uns allen natürlich nicht anders. Die Darsteller lieferten eine gewaltige Leistung ab: Friedrich Rau als Medicus, der fast immer auf der Bühne präsent war, Sabrina Weckerlin als Mary Cullen, sie hatten wir schon als „Päpstin“ in Fulda gesehen, sowie der österreichische Opernsänger Reinhard Brussmann als Ibn Sina. Andreas Wolfram als Karim – der spätere Schah – spielte jahrelang eine Hauptrolle in „Starlight Express“ in Bochum.

Beeindruckt zeigten wir uns auch von dem Tanzensembles: in wechselnden farbenprächtigen Kostümen sorgten sie für zahlreiche rasante Tanzeinlagen. Neben den aufregenden Massenszenen trafen auch die emotionalen Balladen („Ich muss es tun“, „Verlier den Glauben nicht“) genau ins Schwarze.

Am Schluss gab es stehende Ovationen, Beifall, der nicht enden wollte und natürlich einige Zugaben, ohne die das Publikum die Darsteller nicht von der Bühne ließ. Die Leistung des spielfreudigen Ensembles war wirklich hervorragend, da gab es so manche Gänsehauteffekte.

Am Ende waren wir uns alle einig: es war sooo schön !

Im Jahr 1999 wurde das Buch „Der Medicus“ von Noah Gordon zu einem der zehn beliebtesten Bücher aller Zeiten gekürt.

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Die weiße Dame

Stadttheater1

Am 5. Mai 2016 besuchte der Kulturring Allendorf e.V. „Die weiße Dame“ im Stadttheater Gießen, eine Oper von François-Adrien Boieldieu.

Das  Stadttheater Giessen ist seit einigen Jahren bekannt dafür, fast vergessene Werke mit beachtlichem Erfolg auf die Bühne zu bringen. So z.B. „Lo Schiavo“ von Carlos Gomes, und „ Linda di Chamounix“ von Gaetano Donizetti. Wir haben beide Werke in den letzten Jahren gesehen und sind nicht enttäuscht worden. So haben wir es auch in diesem Jahr wieder gewagt, eine völlig unbekannte Oper in unser Programm aufzunehmen: Die weiße Dame von François-Adrien Boieldieu – in die deutsche Sprache übersetzt von dem Regisseur Dominik Wilgenbus. Leider waren die Texte akustisch nicht besonders gut zu verstehen. Aber uns wurde bald klar, um was es ging:

Der Offizier George Brown platzt in die Tauffeierlichkeiten beim schottischen Pächter Dikson und seiner Frau Jenny und erfährt, dass Dikson einst von der „weißen Dame“, die auf dem nahen Schloss von Avenel umhergeistern soll, Geld bekam und dafür versprochen hat, der „weißen Dame“, wenn die Zeit gekommen ist, zu Diensten zu sein. Als ein Brief eintrifft, der an dieses Versprechen erinnert, bekommt es der Pächter mit der Angst zu tun und George Brown macht sich an seiner Stelle auf den Weg ins Schloss. Dort hat der Gutsverwalter Gaveston das Anwesen bewusst herunter gewirtschaftet, um es in einer Versteigerung günstig in seinen Besitz zu bringen. Sein Mündel Anna hat sich vor kurzem in George Brown verliebt, der nicht weiß, dass er der rechtmäßige Erbe des Schlosses Avenel ist. Auf Anweisung der weißen Dame ersteigert er das Schloss, obwohl er völlig mittellos ist. Anna, die den Ahnenschatz der Avenels verwaltete,  tritt als „weiße Dame“ auf und enthüllt Georges Identität. Ende gut, alles gut.

Diese – doch etwas abstruse –  Geschichte wurde von den Akteuren in ihren knallbunten Kostümen mit viel Witz und großer Spielfreude dargestellt.  Es stimmte wieder alles: großartige Stimmen, allen voran der aus Wien stammende Tenor Clemens Kerschbaumer in der Rolle des Offiziers George sowie die spanische Sopranistin mit dem unaussprechlichen Namen Naroa Intxausti, die bereits seit 4 Jahren zum Gießener Ensemble gehört. Und natürlich die die temperamentvolle schmissige Musik des Komponisten François-Adrien Boieldieu.

Bei dieser temporeichen und witzigen Inszenierung vergingen die 170 Spielminuten wie im  Flug.

Fotos: mit freundlicher Genehmigung des Stadttheaters Gießen

Ahrweiler mit Regierungsbunker und Drachenfels

Bunkereingang

Bunkereingang Regierungsbunker Ahrweiler

Tagesausflug am Samstag, den 23.April 2016 nach Ahrweiler zur Besichtigung des Regierungsbunkers mit anschließender Fahrt zum Drachenfels-Plateau.

Am frühen Samstagmorgen fuhren wir mit einem fast voll besetzten Bus der Firma Plus Bus Tours zunächst nach Bad Neuenahr-Ahrweiler zur Besichtigung der „Dokumentationsstätte Regierungsbunker“. Vom Parkplatz „Römervilla“ führten verschiedene Wege zu dem in einem Weinberg gelegenen Bunker. Wir hatten sogar die Möglichkeit, mit Taxis den steilen Anstieg zu bewältigen, die Herwig Stein vorsorglich bestellt hatte.

Der Bunker entstand unter großer Geheimhaltung in den Jahren 1960 bis 1972 in zwei Tunneln einer nie fertig gestellten Eisenbahnstrecke. Er war für die zivilen Behörden aus der damaligen Bundeshauptstadt Bonn bestimmt und sollte der deutschen Bundesregierung als Ausweichsitz der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland und unterirdische Führungsanlage im Kriegsfall dienen.

Nach Ende des Kalten Krieges wurde die Anlage aus Kostengründen Ende der neunziger Jahre zunächst stillgelegt. Heute ist nur noch ein kleines Bunkerstück von ca. 200 Metern Länge erhalten, das in das Museum „Dokumentationsstätte Regierungsbunker“ umfunktioniert wurde. Vorausgegangen waren eine jahrelange aufwändige Entkernung und der Rückbau des ehemaligen Bunkers. Und erst seit dieser Zeit hat die Öffentlichkeit Kenntnis von dieser gigantischen Anlage. Die Kosten des teuersten Bauwerks der Bundesrepublik betrugen damals 4,1 Milliarden D-Mark. Die Gelder flossen von allen Ministerien auf ein so genanntes „Baukonto.“

Betreiber des Museums ist heute der Heimatverein „Alt-Ahrweiler“ e. V. Wir wurden von einem der 40 gut geschulten Gästeführer geführt, der interessantes und kurzweiliges zu erzählen wusste.
Im Verlauf dieser 90minütigen Führung wurden uns verschieden Räume gezeigt und erklärt. Besonders beeindruckend waren die beiden rollbaren Eingangstore aus Beton und Stahl, welches jedes ein Gewicht von 25 Tonnen hat. Die Einrichtung schien uns fast vorsintflutlich: eine – damals – rund um die Uhr besetzte Kommandozentrale, die an Science Fiction Filme aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts erinnert, Dekontaminationskammern, bis hin zum Schlafgemach des Kanzlers mit Bett und eigenem Bad, ein Friseursalon, ebenso Reste der früheren Krankenstation, und technische Einrichtungen. Alles eingerichtet für den Fall, dass die damalige Hauptstadt Bonn geräumt werden musste. In diesem 19 km langen System aus Tunneln und Seitengängen mit insgesamt 20.000 Türen sollten bis zu 3000 Personen Platz haben und so vor einem Angriff mit Atom-Waffen geschützt werden. Die Nahrungsvorräte in riesigen Lagern reichten für jeweils einen Monat und wurden ständig erneuert.

2009 wurde der Regierungsbunker von der Europäischen Kommission zum Europäischen Kulturerbe erklärt.
Wir waren sehr beeindruckt, als wir den Bunker verließen.

Unsere nächste Station war Bad Neuenahr-Ahrweiler. Durch die romantische Einkaufstraße in der Innenstadt, auf neudeutsch: Shopping Mall, erreichten wir das Restaurant Bells, wo wir zum Mittagessen angemeldet waren. Nachdem wir dort schnell, gut und reichlich bewirtet wurden, blieb uns bis zur Weiterfahrt um 15.00 Uhr sogar noch etwas Zeit für einen kleinen Einkaufsbummel.

In Königswinter brachte uns die älteste noch betriebene Zahnradbahn Deutschlands – die Drachenfelsbahn – zur Burg Drachenfels. Der Sage nach soll hier oben im Siebengebirge Siegfried den Kampf mit dem Drachen ausgefochten haben. Bis in die Mitte des vorletzten Jahrhunderts wurde auf dem Drachenfels Trachyt abgebaut, der auch zum Bau des Kölner Doms verwendet wurde, ebenso wie der Lungstein aus dem Rabenauer Steinbruch.

Die meisten eilten sogleich zu Kaffee und Kuchen in das Restaurant auf dem Plateau und einige wenige begaben sich zur Burgruine, dem Rest einer einstigen Burganlage. Bei inzwischen herrlichem Sonnenschein aber auch kaltem Wind hatte man einen wunderschönen Blick über den Rhein nach Königswinter und das benachbarte Bonn, sogar den Kölner Dom konnten wir in der Ferne erkennen.

Nach diesem erlebnisreichen Tag kehrten wir um 18.00 Uhr mit vielen neuen Eindrücken wieder zurück. Man war sich einig, dass der erste Vorsitzende Herwig Stein diesen schönen Tagesausflug wieder sehr gut geplant und organisiert hatte.

Fotos: Klaus Kober, Herwig Stein, Hartmut Winkler

Im weißen Rössl – Stadttheater Gießen

Weisse Rössl3„Im weißen Rössl“ Operette von Ralph Benatzky im Stadttheater Gießen am Sonntag,  20. März 2016

Nachdem endlich wieder einmal eine Operette auf dem Spielplan des Stadttheaters Gießen stand, war der Run auf die Karten natürlich groß. So mussten wir zum ersten Mal zwei Busse einsetzen, die uns nach Gießen ins Theater brachten. Gespielt wurde die im Jahr 2009 in einem Archiv in Zagreb zufällig wieder aufgefundenen Originalfassung. Diese Urfassung aus der Weimarer Republik ist um einiges schwungvoller als die biedere Nachkriegsversion. Oft wird diese Revue-Operette auch als Vorläufer des deutschen Musicals gewertet.

„Im Salzkammergut, da ka’ mer gut lustig sein“, so lautet der berühmte Ohrwurm aus dem „Weißen Rössl“. Und lustig war es allemal, als wir am Sonntagmittag diese Operette besuchten. Wir haben uns köstlich amüsiert. Alle Schauspieler agierten mit viel Witz und Spielfreude, allen voran Pascal Thomas als Sigismund Sülzheimer. In der Rolle des liebestollen Zahlkellners Leopold brillierte Haus-Bariton Tomi Wendt, der seine komödiantischen Qualitäten schon oft unter Beweiß gestellt hat. In der Filmversion von
1960, die uns noch gut in Erinnerung ist, hatte damals Peter Alexander diese Rolle verkörpert.

Neben bekannten Walzermelodien hörten wir Saxofone und sogar einen Zitherspieler agierte im alpenländischen Outfit. Schwingende Tanzeinlagen durch die Tanzcompagnie sowie die schmissige Sangeseinlagen der Schauspieler, Sänger und des Chors machten diese Aufführung für uns zu einem Augen- und Ohrenschmaus.

Und wenn sich nach etlichen Irrungen und Wirrungen am Ende alle amourösen und sonstigen Verstrickungen in Wohlgefallen auflösen, bleiben uns die unsterblichen Melodien vom Weißen Rössl noch lange im Ohr – darunter solche Welthits wie „Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist“,  „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“,  „Die ganze Welt ist himmelblau“ und viele andere auch.
Am Ende der Vorstellung sah man noch  überall lachende Gesichter.

Fotos mit freundlicher Genehmigung des Stadttheaters Gießen

Einladung Jahreshauptversammlung 2016

Einladung zur Jahreshauptversammlung am Freitag, 18.03.2016 um 19.30 Uhr
im kleinen Saal des Bürgerhauses in Allendorf.

Die Tagesordnung lautet wie folgt:

  1. Begrüßung.
  2. Totenehrung
  3. Ehrungen 40 Jahre, 50 Jahre und 60 Jahre Mitgliedschaft
  4. Tätigkeitsberichte für das Jahr 2015
    – Theatergruppe
    – Fotogruppe
    – Vorsitzender
  5. Bericht der Kassenführerin
  6. Aussprache zu den Berichten
  7. Bericht der Kassenprüfer
  8. Entlastung des Vorstandes
  9. Kassenprüferwahl
  10. Vorstandswahl
  11. Verschiedenes
  12. Digitale Bilderschau   „Impressionen einer Schiffsreise von Hamburg an das Nordkap“

Mit freundlichen Grüßen
Herwig Stein
1. Vorsitzender

Marionettentheater Schartenhof

Nachdem unser erster Besuch im Marionettentheater Schartenhof in Biedenkopf-Eckelshausen im November 2014 großen Anklang gefunden hatte, besuchten gut 30 Mitglieder des Kulturrings eine weitere Oper als Puppenspiel.  Zur Aufführung kam am 07. Februar 2016  die romantische Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber.

„Der über 300 Jahre alte Schartenhof in Biedenkopf- Eckelshausen gehört zu den historisch bedeutsamen Fachwerkbauten der Region Marburg – Biedenkopf in Hessen. Einst als bäuerliches Anwesen genutzt ist er nach intensiver Sanierung nunmehr durch die Initiative der bildenden Künstlerin Annemarie Gottfried neuen Aufgaben zugeführt worden: er ist heute ein Zentrum der Kreativität und beheimatet Kunst, Kultur und Musik. Er ist die Geburtsstätte des internationalen Musikfestivals der Eckelshausener Musiktage. Hier begegnen sich bildende Künstler, Musiker, Schauspieler, Schriftsteller und Publikum und schreiben gemeinsam seine Geschichte weiter. Die kulturpolitische Arbeit Schartenhof gehört zu den wichtigen Akzenten des sanften Tourismus im oberen Lahntal Ein vielseitiges kulturelles Programm lockt Besucher aus dem In – und Ausland.“

So ist es zu lesen auf der Webseite von Biedenkopf: www.biedenkopf-tourismus.de

1997 wurde das Marionettentheater Schartenhof von den Eckelshausener Musiktagen e.V. ins Leben gerufen und hat bereits eine beachtliche Erfolgsgeschichte aufzuweisen: 10 Opern gehören bereits zum festen Repertoire. Auch im benachbarten Ausland werden seit einigen Jahren Gastspiele gegeben.

Uns erwarteten  Marionetten mit farbenprächtigen Kostümen und ein herrliches Bühnenbild. Die in Handarbeit gefertigten Puppen wurden mit viel Liebe zum Detail von der inzwischen über 90jährigen Annemarie Gottfried-Frost gestaltet, die das Marionettentheater gründete. Gesungen und gesprochen wird aus dem Jenseits: Die Sänger der 1968 in München entstanden Aufführung sind nicht mehr am Leben: Birgit Nilsson (Agathe), Erika Köth (Ännchen), Nicolai Gedda (Max), Walter Berry (Kaspar) und Franz Crass als Eremit.

Das kleine Marionettentheater in einer umgebauten romantischen Scheune hat nur 60 Sitzplätze und man konnte uns auch nur 24 Karten zur Verfügung stellen.

Und am Ende war man sich einig: es war wieder wunderschön!

„Hänsel und Gretel“ im Staatstheater Kassel

Hänsel und GretelAm Samstag, dem 2. Januar 2016 war der Kulturing Allendorf zu Gast im Staatstheater Kassel. Gespielt würde „Hänsel und Gretel“ eine Märchenoper von Engelbert Humperdinck.

Voll besetzt war unser Bus, der uns am Samstag, den 2. Januar 2016 nach Kassel ins Staatstheater brachte. Auf dem Parkplatz angekommen servierte uns zunächst Plus-Bus-Chef Heiko Lich ein reichhaltiges Buffet. Zum Aufwärmen bei dem inzwischen doch recht kalten Wetter gab es heißen Kaffee und Punsch!

Im Theater erwartete uns eine phantasievolle und farbenprächtige Inszenierung dieser Oper. Nach der erstaunlich langen Ouvertüre hob sich der Vorhang und gab den Blick frei auf einen wunderschönen Märchenwald mit scherenschnittartigen Bildelementen. Gleich im ersten Akt erklangen die bekannten Volks- und Kinderlieder „Suse, liebe Suse“ und „Ein Männlein steht im Walde„ die in Humperdincks Oper Verwendung finden. Zwei weitere von ihm komponierte Lieder sind später selber zu bekannten Volksliedern geworden: „Brüderchen, komm tanz mit mir“  und der berühmte Abendsegen: „Abends will ich schlafen gehen, 14 Englein um mich stehn.“

Zu den rothaarigen Geschwistern Hänsel und Gretel gesellten sich ungewöhnliche magische Wesen wie Sandmännchen, Taumännchen und eine Schnecke mit riesigem Kussmund und Stielaugen. Sehenswert war auch die krummnasige Knusperhexe – kein Mezzosopran, sondern ein Tenor – der genussvoll auf seinem Hexenbesen mit Glitzerbeleuchtung durch die Luft schwebte.

Zum guten Schluss wurde das Ensemble durch den Kasseler Kinderchor Cantamus verstärkt. Gemeinsam feiern alle den Sieg über die Hexe mit dem Lied: Wenn die Not aufs höchste steigt, Gott der Herr die Hand uns reicht.

Kostüme, Bühnenbild, Effekte, Charaktere, Musik, Gesang und  Spiel waren einfach überwältigend. Fazit: eine wahrlich märchenhafte Aufführung.

Achtung Oma

Das Kikeriki-Theater war zu Gast in Garbenteich. Am 20. November 2015 wurde „Achtung Oma – Kasperletheater mit Omaschutz-Programm“ gespielt.

Die Comedy Hall und das Kikeriki Theater waren in Pohlheim-Garbenteich am 20. und 21. November 2015 und wir waren dabei, dank unseres Vorsitzenden Herwig Stein, der seine guten Beziehungen ins Spiel gebracht hat. Die von ihm georderten 40 Karten waren auch gleich vergriffen nach der Veröffentlichung des Jahresprogramms in den Mitteilungsblättern Anfang dieses Jahres.

Die Comedy Hall in Darmstadt ist die feste Spielstätte des Kikeriki-Theaters. Seit der Eröffnung am 1. März 1996 haben in mehr als 5.500 ausverkauften Vorstellungen bereits über 1.700.000 Zuschauer das komödiantische Theater mit Puppen und Menschen erlebt.

Mit schwarzem Humor inszenieren die Akteure Stücke, die sich mit den kleinen Problemen, Tücken und Schwächen des Alltags auseinandersetzen.

Ei gude wie ? Im scheenste Dammstädter Dialekt babbele die, wie dene de Schnawwel gewachse iß,  alldieweil  Dammstadt doch  eumaalisch iss. Un mooomendemaa, was hawwe die`n  schon all geschbielt ? Soll ich’s eich verkliggern? Ausser „Achtung Oma“ hawwe se de „Deppenkaiser“, „Siegfrieds Nibelungenentzündung“ un de „Doktor Goggolores“ geschbielt. Un allsemol schbiele se aach “Himmel, Arsch und Zwirn”. Da kenne die nix!

Ein Puppenspiel, nun wollen wir Euch zeigen,
ein Kasperstück, das sich um Oma dreht
und um den ewig gleichen Lebensreigen,
dass Alt und Jung oft schlecht zusammen geht.

In diesem, von den Komödianten zu Beginn der Aufführung gesungenen Vers, liegt die Intention des Stückes: der ewig menschliche „Generationskonflikt“. Doch keine Angst, es wird noch nicht einmal im Ansatz versucht, diesen „Konflikt“ zu lösen. Es ist lediglich die Lust der Komödianten, völlig absurd und respektlos damit umzugehen. Und da man sich doch oft die Frage stellt, ob die ganze Welt letztendlich nicht auch nur ein großes „Kaspertheater“ ist, sind die grotesken „Holzköpfe“ – als dreidimensionale Karikaturen – hierfür auch die wirklich idealen Darsteller.

So ist es zu lesen auf der Homepage des Veranstalters: www.kultur-in-mittelhessen.de

Uns hat`s gefallen – wenn`s auch manchmal ein bisschen derb war !

Eugen Onegin

Am Sonntag,  den  18. Okt. 2015  besuchten wir die erste Vorstellung der Theatersaison 2015/2016. Eugen Onegin, Oper von Peter Iljitsch Tschaikowski nach dem gleichnamigen Roman von Alexander Puschkin.

Nach der Premiere hatte sich die örtliche Presse ja nicht gerade überschlagen vor Begeisterung wegen der modernen Inszenierung von  „Eugen Onegin“. Und so sahen wir teils skeptisch, teils gespannt dieser Aufführung im Giessener Stadttheater  entgegen. Eine einfache Liebesgeschichte wird dank Tschaikowskys gefühlvoller Musik zum großen Drama:

Im Mittelpunkt des Poems steht Eugen Onegin, ein junger Dandy aus Petersburg, der durch Erbschaft zum Gutsbesitzer wird und von der Hauptstadt aufs Land zieht. Hier führt ihn Lenski, ein gefühlvoller Gutsbesitzer, in das Haus der Larins ein, in dem zwei Töchter, Olga und Tatjana, leben. Olga ist die Braut von Lenski, Tatjana verliebt sich in Eugen, gesteht ihm in einem Brief ihre Liebe. Da sich Eugen, wie er bekennt, wenig für die Ehe und das Familienleben eignet, weist er blasiert Tatjanas Liebe zurück. An Tatjanas Namenstag tanzt Eugen nur mit Olga, so dass ihn Lenski zum Duell fordert, in dessen Verlauf Eugen seinen Freund Lenski tötet. Darauf verlässt er das Gut. Nach Jahren trifft Eugen, inzwischen älter und reifer geworden, in Petersburg Tatjana, die inzwischen Frau eines Generals geworden ist. Er begehrt sie, sie weist ihn zurück; denn, obwohl sie noch Eugen liebt, will sie ihrem Mann die Treue halten.

Gewöhnungsbedürftig war tatsächlich das Regiekonzept – es laufen gleichzeitig zwei Handlungen ab: zum einen die Oper selbst und zum anderen dreht Onegin im Rückblick seinen eigenen Lebensfilm und wuselt daher als Regisseur mit seinem Team ständig auf der Bühne umher.

Tatjana Miyus, Sopranistin aus der Ukraine in der Rolle der schüchternen Tatjana hat uns am besten gefallen. Sie bekam am Ende auch den meisten Applaus. Und auch die deutsche Altistin Ortrun Wenkel in der Rolle der Amme Filipjewna lieferte im Alter von 73 Jahren noch eine beachtliche Leistung. Sie wurde bereits 1976 von Wolfgang Wagner nach Bayreuth  geholt und bekam für ihre Darstellung der „Erda“ in der „Götterdämmerung“ den Grammy.

Auch alle anderen gaben Akteure gaben ihr bestes – immerhin wurde auf russisch gesungen, was sicher eine große Herausforderung war. Glücklicherweise wurde die Vorstellung für die Zuschauer in deutscher Sprache übertitelt!

Fazit: Trotz einiger wunderlicher Regieeinfälle war es im großen und ganzen eine stimmige Inszenierung. Es hätte schlimmer kommen können!

Pjotr Iljitsch Tschaikowski schrieb übrigens mit „Schwanensee“ und „Der Nussknacker“   die beiden berühmtesten Ballette der Musikgeschichte.

 

Duellszene, gemeinfrei Eugen Onegin- Lensky und Tatjana.Foto gemeinfrei