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La Traviata, Stadttheater Gießen

La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi im Stadttheater Gießen am Samstag, 11.02.2017

Und wieder waren es fast 80 Mitglieder die eine grandiose Vorstellung im Stadttheater Gießen erlebten.

Verdis große Oper nach dem Roman „Die Kameliendame“ von Alexander Dumas gehört zu den erfolgreichsten Opern der Musikgeschichte. Erzählt wird die tragische Geschichte der Kurtisane Violetta Valéry, die zur Liebenden wird und aus Liebe auf ihr Glück verzichtet: Auf einem Fest in ihrem Palais in Paris lernt die gesundheitlich angeschlagene, begehrte Violetta Valéry  ihren heimlichen Verehrer Alfredo Germot kennen, der ihr seine Liebe gesteht. Beeindruckt und zum ersten Mal in ihrem Leben ebenfalls verliebt, schenkt sie ihm eine Kamelie und verspricht ihm, ihn wieder zu treffen, wenn die Blume verwelkt ist. Tatsächlich kehrt sie ihrem mondänen Leben den Rücken und zieht aufs Land. Unverkennbar die landschaftliche Idylle: Violetta im Garten mit Gummistiefeln und Strickjacke, Alfredo mit Fahrrad, im Hintergrund blühen Sommerblumen.

Während Alfredo eines Tages nach Paris muss, erhält Violetta Besuch von seinem Vater, der sie drängt, die nicht standesgemäße Beziehung zu Alfredo zu lösen. Violetta verteidigt ihre Liebe, willigt aber schließlich unter dem starken Druck des alten Germot ein und reist nach Paris. In dem berühmten Film „Die Kameliendame“ mit Greta Garbo in der Rolle der Violetta spricht diese den inhaltsschweren Satz: „Gott, gib mir die Kraft das zu tun, was ich tun muss, damit mein Geliebter mich hasst.“

Später in Paris: auf einem Fest trifft Violetta Alfredo wieder, der die Hintergründe ihrer Abreise nicht kennt. Er reagiert voller Eifersucht und demütigt sie öffentlich, in dem er ihr Geld für ihre Liebesdienste vor die Füße wirft. Zu spät erfährt er, dass sie ihre Liebe für ihn und seine Familie geopfert hat. Als er voller Reue zu ihr eilt, findet er sie bereits todkrank. Bei seinem Erscheinen flackert ihr Lebenswille noch einmal kurz auf. Sie richtet sich auf und mit den Worten „ich liebe, ich lebe“ stirbt sie in seinen Armen.

Schon die melancholische Ouvertüre lässt – ebenso wie das Vorspiel zum letzten Akt –  das tragische Ende ahnen. Einzigartig war die Sopranistin Dorothea Maria Marx in der Rolle der Violetta, die ihr Debüt in Gießen gab. Ihre innige Darstellung einer liebenden und leidenden Frau war sehr bewegend und ihre ergreifende Sterbeszene rührte zu Tränen. Auch Giuseppe Talamo als Alfredo Germont und Alexander Hajek als Vater Giorgio Germont sowie die in Lich geborene Mezzosopranistin Michaela Wehrum in der Rolle der Zofe Annina begeisterten mit ihren Stimmen.

Diese Oper mit all ihren Darstellern war Kunstgenuss pur!

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Rolf K. Wegst,
Stadttheater Gießen.

„Dolce“ in Bad Nauheim

Foto: Gisela Schmiedel

Besuch des Kulturrings des Neujahrsvarietes im „DOLCE“ in Bad Nauheim am Dienstag, den 24.01.2017. Im Bad Nauheimer Kurpark befindet sich das Luxushotel „Dolce“. Schauplatz des Neujahrs-Varietés ist das historische Jugendstil-Theater mit 730 Sitzplätzen und 250 qm Bühne. Nachdem es im Jahr 1980 bis auf die Grundmauern abgebrannt war, wurde es im Jugendstilcharakter wieder aufgebaut. Seither gilt es als eines der schönsten hessischen Theater.

Da sich für diese Fahrt über 80 Mitglieder angemeldet hatten, mussten wir zum ersten Mal mit zwei Bussen der Firma Plus-Bus Tours zur Abendvorstellung anreisen. Der Run auf die Karten zeichnete sich schon bald nach der ersten Veröffentlichung des Theaterprogramms 2016/2017 im vorigen August ab: innerhalb von 4 Wochen waren die 45 bestellten Karten für das Variete ausverkauft, sodass noch einmal nachbestellt werden musste.

Dieses internationale Neujahrs-Varieté des Energieversorgers OVAG hat im „Dolce“ bereits Tradition: Zum 15. Mal hebt sich im Januar 2017 um 20.00 Uhr der Vorhang für einen einzigartige Mix aus atemberaubender Akrobatik und fantastischen Shows. 45 Artisten aus 12 Nationen bringen die Theater-Besucher zum Staunen, Bangen und Lachen. Nur die besten Künstler werden verpflichtet und die Show ist jeweils lange vorher ausgebucht.

Was uns dort geboten wurde, war ein Highlight der Extraklasse. Solch sensationelle Aufführungen kennt man meist nur aus dem Fernsehen. Uns stockte so manches Mal der Atem bei den tollkühnen Sprüngen und Saltos.  

Viele der Künstler sind bereits beim berühmten Zirkusfestival in Monaco aufgetreten sowie  im größten Zirkus der Welt Barnum and Bailey. Die drei Stunden Weltklasse-Varieté vergingen wie im Flug, so kurzweilig erschien es uns.  Durch das Programm führten die CHICKS ON SWING, drei junge Damen, die uns auch mit Gesangs- und Tanzeinlagen unterhielten.

Zu Beginn der Vorstellung zeigten 8 junge Männer, das ungarische FACE-TEAM, eine artistische Basketball-Leistung, die olympiareif ist. In einem Affenzahn katapultieren sie sich mittels eines Trampolins in die Luft und versenkten den Ball im Korb. Seit ihrem Sieg in der englischen Fernseh-Show „Britain´s Got Talent“ –  dem Pendant zum „Supertalent“ von RTL –  gehören sie zur Weltspitze.

Der Comedy-Jongleur  STEVE ELEKY aus Ungarn gab im ersten Teil im Schottenrock eine Jongleur-Nummer mit skurrilen Witzen zum Besten gibt. Später betrat er als Zauberer die Bühne, der – sich halb totlachend – den Zuschauern seine Zaubertricks verträt. Auch wir mussten uns so manche Lachträne aus den Augen wischen. Steve Eleky vertritt an 4 Tagen im Januar den  weltberühmten Clown, Magier und Comedian Housch-ma-Housch aus der Ukraine.

Eine der wenigen deutschen Künstler war der Einradartist TONY FARELLO aus Berlin. Er zeigte eine rasante Einradshow. Seine ebenfalls Einrad fahrende  Partnerin Frau Schmidt aus Radebeul  war anscheinend erkrankt, so agierte als „ Beischläfer“ die Putzfrau aus der Uckermark.

Die BIANCA FARLA´s SHOWGIRLS OF MAGIC  zeigten erstaunliche Tricks – vor unseren Augen verschwanden die Frauen ins Nichts. Dem Frauen-Quartett aus den Niederlanden wurden von dem  Magier David Copperfield Aufführungsrechte für einige seiner Illusionsnummern eingeräumt.

Danach folgte der Ausnahmeartist  ENCHO KERYAZOV. Der Bulgare machte u.a. einen Handstand auf 2 dünnen Metallstangen, die auf einer Reihe von wackligen Backsteinen auf seinem Showtisch standen,  bevor er mit einem Salto wieder auf die Bühne sprang.

Hoch hinaus ging es mit den 10 rumänischen Artisten der TROUPE FANTASY. Sie zeigten spektakuläre Sprünge vom Schleuderbrett aus. Wir hielten den Atem an, als sie fast bis an die Decke katapultiert wurden. Nach  Schrauben und Überschlägen landen sie dann wieder auf den Schultern der Fänger.

Die zierliche Italienerin SHIRKLEY LARIBLE zeigte eine Übung, die viel Kraft kostete. An zwei langen Bändern schwebte sie elegant in die Höhe und zeigte verschiedene Figuren. Sie dreht sich ein, lässt sich fallen und hangelt sich wieder hoch.  Die Luftakrobatin hat Engagements im Zirkus Roncalli und im Zirkus Knie.

Nach der Pause ging es weiter mit der waghalsigen Show des DUO`s VANEGAS aus Kolumbien.  Scheinbar mühelos sprangen und liefen  die Artisten auf einem sich drehenden „Todesrad“ in  12 Metern Höhe. Die hohen Absprünge und scheinbaren Beinahestürze sorgten bei den Zuschauern für Nervenkitzel.

Den nächsten Auftritt hatten die GIANG BROTHERS aus Vietnam. Atemlose Stille herrschte, als die beiden Brüder Kopf-auf-Kopf vorwärts und rückwärts einige Treppenstufen zum Showtisch emporstiegen. Sie haben es ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft, als sie vor einer spanischen Kathedrale Kopf auf Kopf 99 Stufen innerhalb von 52 Sekunden hinaufgestiegen sind.  

Das TRIO BELLISSIMO  – Schlangenmenschen. Drei anmutige junge Frauen aus Kiew formten mit ihren Körper immer wieder neue menschliche Skulpturen, so dass man allein vom Zuschauen schon Schmerzen bekam. Mit Eleganz und Grazie bewegen sich die drei so anmutig und verbiegen dabei ihre Körper, als ob sie Knochen aus Gummi hätten.

Großes Erstaunen löste auch das DUO URUNOV aus Russland aus. Wie von Zauberhand wechselte die Dame in sekundenschnelle ihre Kleider. Von einer Sekunde auf die nächste steht sie im neuen Dress da, und sorgte so im Publikum für ungläubige Blicke. Wir waren verblüfft – wie kann das sein?! Ihre Tochter LAURA URUNOVA beeindruckte mit einer Hundedressur: Pudel unterschiedlicher Größe brachten mit ihren Tricks die Zuschauer zum Schmunzeln.

Aus Ecuador kamen die 4 CEDENOS. Sie  zeigten eine der schwierigsten artistischen Disziplinen überhaupt, indem sie sich gegenseitig durch die Luft wirbeln. Dem Publikum stockt kurz der Atem, als einer der Cedeños-Brüder stürzt – doch alles gut, es ist nichts passiert,  wobei das auch durchaus gewollt sein kann. Als ob es nicht Nervenkitzel genug gäbe!

Der chinesische Artist KAI CAO  jonglierte mit unglaublicher Geschwindigkeit mit seinen Bällen. Während er dazu auch noch treppauf  und treppab steppte, jonglierte er mit den Bällen auf dem Boden, dabei nahm die Anzahl der Bälle ständig zu, genauso wie die Geschwindigkeit.

Am Ende gab es lang anhaltenden Beifall und stehende Ovationen, als sich die Künstler alle noch einmal vor dem begeisterten Publikum verneigten.

Übrigens:
Das Hotel „Dolce” wird zu “Conparc Hotel & Conference Centre Bad Nauheim” umbenannt. Aufgrund komplizierter Eigentümerverhältnisse und Rechtsbeziehungen darf der Name „Dolce“ ab 2017 nicht mehr verwendet werden. Die Wyndham-Worldwide-Hotel Group aus den USA, zu der das „Dolce“ gehört, hatte diesen Markennamen erworben und nun weiterverkauft. Es ist also nicht das Hotel verkauft worden sondern nur der Markenname „Dolce“. Ob dieser Name bald durch »Wyndham« ersetzt wird, ist noch nicht entschieden. Die Wyndham-Worldwide-Hotelgruppe zählt mit  ihren rund 6500 Hotels weltweit zu den größten Hotelkonzernen der Welt, darunter auch die Ramada-Hotels.

Fotos: Gisela Schmiedel

Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach

Foto: (gemeinfrei) Johann Sebastian Bach

Überpünktlich trafen wir am Mittwoch, den 7. Dez. 2016 in der katholischen Kirche St. Walpurgis ein. Während wir noch einige Minuten in dem kalten Vorraum der Kirche ausharren mussten, konnten wir den Dirigenten Jan Hoffmann beobachten, der noch letzten Schliff an Chor und Orchester legte.

Eine freundliche Mitarbeiterin der Wetzlarer Singakademie hatte für die fast 50 Mitglieder des Kulturrings die vorderen Bänke reserviert.  Das Weihnachtsoratorium ist ein sechsteiliges Oratorium für Solisten, gemischten Chor und Orchester. Das gesamte Werk kommt selten zur Aufführung, sondern hauptsächlich die ersten drei Kantaten, die Bach für die Weihnachtsgottesdienste komponiert hat.

„Jauchzet, frohlocket, auf preiset die Tage“, mit Pauken und Trompeten begann das bekannte Chorwerk. Die Verkündigung der Weihnachtsgeschichte wurde uns in feierlichen Chorälen und Arien zu Gehör gebracht. Unter der musikalischen Gesamtleitung von Jan Hoffmann spielte das Philharmonische Orchester des Stadttheaters Gießen. Im Mittelpunkt stand ein Riesenchor – bestehend aus dem Chor des Stadttheaters, dem Gießener Konzertverein sowie der Wetzlarer Singakademie.  Nicht wenige der Choräle kamen uns bekannt vor: Johann Sebastian Bach greift in seinem Oratorium auf Texte und Kompositionen von Paul Gerhard und auf  Martin Luther zurück.

Die Solisten waren der Bassbariton Simon Bailey, Ensemblemitglied der Oper Frankfurt und Gastsänger an der Mailänder Scala, Naroa Intxausti, die bis zur vorigen Spielzeit dem Gießener Ensemble angehörte, sowie die beiden neuen Sänger am Stadttheater Clemens Kerschbaumer und Maria Seidler.

Das Publikum war begeistert, es erlebte eine Sternstunde der Kirchenmusik. Nach dem letzten Takt des Weihnachtsoratoriums verklungen war, standen die Besucher in der vollbesetzten Kirche auf und spendeten Chor, Orchester und Solisten lang anhaltenden Beifall.

Romulus der Große

Romulus der Große

Romulus der Große

Am Samstag, den 19.11.2016 sahen wir eine wahrhaft unhistorische Komödie von Friedrich Dürrenmatt. Da thronte Kaiser Romulus meist auf seiner Hühnerleiter und interessierte sich nur für die Legegewohnheiten seiner kaiserlichen Hühner. Eingehende Meldungen über den Einmarsch der Germanen oder dem drohenden Staatsbankrott interessierten ihn nicht. Er sehnte sich vielmehr danach, die grausame Vergangenheit seines Imperiums hinter sich zu lassen und lässt die verzweifelten Appelle seiner Getreuen, den Germanen Einhalt zu gebieten, unbeachtet.

Seine Tochter Rhea will sogar ihren Geliebten verlassen um den reichen Hosenfabrikanten Cäsar Rupf – unschwer als Donald Trump zu erkennen – heiraten, damit dieser mit seinen Millionen das Reich retten kann. Doch Romulus weicht nicht von seinem Verständnis für Gerechtigkeit ab, der findet die Liebe zu einem Menschen sei wichtiger als die Liebe zum Vaterland.

Nachdem der erste Akt ziemlich schrill und voller Klamauk war, wurde im zweiten Akt verständlich, um was es Kaiser Romulus letztendlich ging. Durch sein politisches Nichtstun will er „dem blutigen und mörderischen Imperium“ ein Ende bereiten. „Rom kannte die Menschlichkeit, aber es wählte die Tyrannei« war einer von vielen Sätzen die zum Nachdenken anregten.

Aber die Rechnung des Kaisers geht nicht auf: Als die Germanen schließlich ankommen, muss er einsehen, dass der Germanenfürst Odoaker ein ebenso kriegsmüder Herrscher ist wie er: „Heldentum langweilt mich zum Tode“. Und nicht nur das, den beiden gemeinsam ist auch noch das Hobby „Hühnerzucht“. Zu guter letzt führt Odoaker auch noch dem staunenden Romulus die neueste Mode der Germanen, die Hose samt Hosenträgern, vor. Romulus’ Plan zur Vernichtung des Imperiums scheitert, er wird in Pension geschickt.

Neben dem Erfolgsstück „Besuch der alten Dame“ von Dürrenmatt ist „Romulus der Große“ eher weniger bekannt. Zu Unrecht, finden sowohl Dramaturgin Cornelia von Schwerin als auch die Gastregisseurin Astrid Jacob, die als ehemalige Kabarettistin der Lach- und Schießgesellschaft auch schon für die „Die Schmachtigallen“ die Revuen COMEDIAN HARMONISTS, MANNSBILDER und FRAUENFLÜSTERER inszenierte.

Fotos: Rolf K. Wegst, mit freundlicher Genehmigung des Stadttheaters Gießen

Spielzeit des Stadttheaters Gießen 2016/2017

Samstag, 19.11.2016  –  Romulus der Große, eine „unhistorische“ Komödie von
Friedrich Dürrenmatt, Stadttheater Gießen

Staat bankrott, Regierung untätig: Mit Sprachwitz und scharfer Zunge beschreibt Friedrich Dürrenmatt den Ausverkauf des römischen Weltreichs, an dessen Spitze Kaiser Romulus steht, der lieber Hühner züchtet, als sich dem Einfall der Germanen entgegenzustellen.

Mittwoch, 07.12.2016 –   Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach
Mit Solisten des Stadttheaters Gießen, Chor und Extrachor des Stadttheaters Gießen,
Gießener Konzertverein, Wetzlarer Singakademie.

Dienstag 24.01.2017, 20.00 Uhr –   Neujahrsvariete im Theater Dolce, Bad Nauheim
Als eines der schönsten Theater Hessens präsentiert sich das Theater Dolce in Bad Nauheim.
48 Artisten aus 13 Nationen bringen die Besucher mit atemberaubender Akrobatik und mitreißender Unterhaltung zum Staunen, Bangen und Lachen.

Samstag, 11.02.2017 –  La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi, Stadttheater Gießen
Verdis große Oper nach dem Roman „Die Kameliendame“ von Alexander Dumas gehört
zu den erfolgreichsten Opern der Musikgeschichte.
Erzählt wird die tragische Geschichte der Kurtisane Violetta Valéry, die zur Liebenden
wird und aus Liebe auf ihr Glück verzichtet

Freitag, 17.3.2017 –  Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone.
Schauspiel nach dem Roman von Mark Haddon, Stadttheater Gießen

Christopher Boone, der Held dieses Romans, ist eigentlich zwanghaft menschenscheu und sondert sich in seiner kleinen Welt ab. Als der Pudel in Nachbars Garten mit einer Mistgabel umgebracht wird, sucht Christopher wie einst sein Vorbild Sherlock Holmes den Täter. Und löst nebenbei auch das Rätsel um seine jung verstorbene Mutter.

Freitag, 21.4.2017 –   Boys, Boys, Boys – Die SCHMACHTIGALLEN landen eine Hit, Stadttheater Gießen
Die „Triller-Boys“ wollen an alte Erfolge anknüpfen und brauchen einen Hit. Auf der Suche danach begegnen sie u.a. den Wildecker Herzbuben, Heino, Udo Lindenberg. Eine fremde Frau unter der Dusche ist letztendlich der Schlüssel zum Erfolg.


Nachdem in den vergangenen Jahren der Schwerpunkt eher auf dem Musiktheater gelegen hatte, haben wir in diesem Jahr zwei Schauspiele in unser Programm aufgenommen.

Wir sind guten „Muths“, wieder eine abwechslungsreiche Auswahl getroffen zu haben.

Werden Sie Mitglied im Kulturring Allendorf/Lda. bei einem Jahresbeitrag von nur 3 €

Sollten Sie an unserem Angebot Interesse haben, bitten wir um baldige Anmeldung, da für einige Stücke bereits nur noch wenige Karten zur Verfügung stehen.

Ihre Anmeldung nimmt gerne entgegen:
Frau Johanna Muth
35469 Allendorf/Lda.
06407/7429

Alle Vorstellungen in Gießen beginnen um 19.30 Uhr

Präsentation der Spielzeit des Stadttheaters Gießen 2016/2017

Das Podium

Das Podium

Wie in jedem Jahr wurde der Kulturring auch dieses Mal zu Beginn der Spielzeit von der Intendantin des Stadttheaters Gießen Catherine Miville zur Präsentation der Theatersaison 2016/2017 in die „taT-Studiobühne“ eingeladen.

Neben den fünf „Theaterfrauen“ des Kulturrings Allendorf nahmen noch einige wenige andere Personen dran teil.

Auf dem Podium saßen:
Catherine Miville, Intendantin
Sarah Adamus, Assistentin der Intendantin
Guido Hackhausen, Künstlerischer Betriebsdirektor /Musikdramaturg
Cornelia von Schwerin, Dramaturgin Schauspiel
Abdul-M.Kunze, Leiter des Kinder- und Jugendtheaters, Regisseur
Tarek Assam, Ballettdirektor und Chefchoreograph
Ingo Greb, Leiter Theaterkasse
Angelika Hufnagl, Theaterkasse

Kurzweilig und informativ stellten Guido Hackhausen, Cornelia von Schwerin, Abdul-M. Kunze und Tarek Assam die jeweiligen Darbietungen vor.

Wir hatten uns ja im Vorfeld bereits über die geplanten Aufführungen informiert, waren aber noch zu keinem Entschluss gekommen. Die vielen meist unbekannten oder auch teils inhaltsschweren Stücke schienen meist nicht nach unserem Geschmack zu sein. Dies erwies sich jedoch glücklicherweise als nicht zutreffend – im Gegenteil. Die vielseitigen Darbietungen wurden anschaulich dargestellt und weckten somit unser Interesse. Letztendlich fiel es uns sogar schwer, aus dem vielfältigen Angebot einige wenige Stücke auszuwählen.
Nach der Präsentation stärkten wir uns zunächst einmal mit den angebotenen Canapés und Käsehäppchen.

Im Anschluss daran hatten wir Gelegenheit, der Generalprobe von Felix Mendelssohn-Bartholdys kolossalem Oratorium ELIAS zuzuhören.
Unter der musikalischen Gesamtleitung von Jan Hoffmann musizierten neben vier hochkarätigen SolistInnen – Haussopranistin Naroa Intxausti, Simon Bailey (Mailänder Scala, Frankfurter Oper) in der Titelrolle des Elias, sowie Stefanie Schaefer (Staatsoper Stuttgart, Badisches Staatstheater Karlsruhe) und Markus Schäfer (Hamburgische Staatsoper, Deutsche Oper am Rhein) auch ein 56 InstrumentalistInnen starkes Orchester. Diese musizieren gemeinsam mit einem 200-köpfigen Chor, der sich aus dem Giessener Konzertverein, der Wetzlarer und der Frankfurter Singakademie sowie dem Chor und dem Kinder- und Jugendchor des Stadttheaters zusammensetzt.
Wir waren überwältigt von diesem fast dreistündigen Chorwerk. Phänomenal!

Bitte beachten Sie die jeweiligen „Blättchen“ – demnächst werden wir das Theaterprogramm veröffentlichen und um Ihre Anmeldung bitten.

Maria Magdalena – Hallenberg

Die letzte Fahrt von unserem diesjährigen Sommerprogramm führte uns nach Hallenberg. Wir waren zeitig da und konnten uns so auf die Vorstellung einstellen. Zum 70jährigen Jubiläum der dortigen Freilichtbühne stand eine Welturaufführung auf dem Programm:

„Maria Magdalena“
Musical von Birgit Simmler (Idee, Buch) und Paul Graham Brown (Musik)
In der Bibel gilt Maria Magdalena als Begleiterin und Vertraute Jesu. In dem Musical wird Maria Magdalena als starke Frau dargestellt, welche die dramatischen Ereignisse um die Entstehung des jungen Christentums mitgestaltet und miterlebt. Die Verzweiflung der Jünger nach der Kreuzigung Jesu steht zunächst im Mittelpunkt und es ist Maria Magdalena, die alles zusammenhält und nicht aufgibt.
Die ausgezeichneten Laienschauspieler brachten uns das anspruchsvolle Stück nachvollziehbar nahe.

Wir alle waren am Ende der Vorstellung begeistert von dieser grandiose Aufführung. Das engagierte Ensemble, die neben ihren schweren Rollen auch noch ein umgangreiches Gesangsprogramm zu bewältigen hatten, hatte das Publikum restlos begeistert. Dies zeigte auch der riesige Schlussapplaus am Ende der Vorstellung.

Anschließend standen die Schauspieler in ihren historischen Kostümen für das Publikum noch zu Gesprächen zur Verfügung.
Wir strebten jedoch zum Ausgang, da wir – wie immer nach einem Besuch in Hallenberg – zum gemeinsamen Abendessen ins nahe gelegene Gasthaus „Zum wilden Zimmermann einkehrten.

Der Medicus im Schlosstheater Fulda

„Der Medicus“ Musical nach dem Weltbestseller von Noah Gordon, Musik und Texte von Dennis Martin.

Am Freitag, den 22. Juli 2016 besuchten über 40 Mitglieder des Kulturrings „Den Medicus“ im Schlosstheater Fulda. Diese überwältigende Vorstellung übertraf alle Erwartungen. Den Verantwortlichen ist es gelungen, in knapp drei Stunden Spielzeit so viele Details wie möglich aus der umfangreichen Romanvorlage von Noah Gordon unterzubringen. Rasch wechselnde Kulissen und blitzartige Umbauarbeiten machten es möglich, auf kleinem Raum die ganze Welt des Medicus auf seiner Reise aus dem mittelalterlichen England ins persische Isfahan zu präsentieren.

Der bei der Premiere am 18.06.2016 anwesende Michael Gordon, Sohn des Autors, soll gesagt haben, die Aufführung habe ihn sehr ergriffen. Das ging uns allen natürlich nicht anders. Die Darsteller lieferten eine gewaltige Leistung ab: Friedrich Rau als Medicus, der fast immer auf der Bühne präsent war, Sabrina Weckerlin als Mary Cullen, sie hatten wir schon als „Päpstin“ in Fulda gesehen, sowie der österreichische Opernsänger Reinhard Brussmann als Ibn Sina. Andreas Wolfram als Karim – der spätere Schah – spielte jahrelang eine Hauptrolle in „Starlight Express“ in Bochum.

Beeindruckt zeigten wir uns auch von dem Tanzensembles: in wechselnden farbenprächtigen Kostümen sorgten sie für zahlreiche rasante Tanzeinlagen. Neben den aufregenden Massenszenen trafen auch die emotionalen Balladen („Ich muss es tun“, „Verlier den Glauben nicht“) genau ins Schwarze.

Am Schluss gab es stehende Ovationen, Beifall, der nicht enden wollte und natürlich einige Zugaben, ohne die das Publikum die Darsteller nicht von der Bühne ließ. Die Leistung des spielfreudigen Ensembles war wirklich hervorragend, da gab es so manche Gänsehauteffekte.

Am Ende waren wir uns alle einig: es war sooo schön !

Im Jahr 1999 wurde das Buch „Der Medicus“ von Noah Gordon zu einem der zehn beliebtesten Bücher aller Zeiten gekürt.

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Die weiße Dame

Stadttheater1

Am 5. Mai 2016 besuchte der Kulturring Allendorf e.V. „Die weiße Dame“ im Stadttheater Gießen, eine Oper von François-Adrien Boieldieu.

Das  Stadttheater Giessen ist seit einigen Jahren bekannt dafür, fast vergessene Werke mit beachtlichem Erfolg auf die Bühne zu bringen. So z.B. „Lo Schiavo“ von Carlos Gomes, und „ Linda di Chamounix“ von Gaetano Donizetti. Wir haben beide Werke in den letzten Jahren gesehen und sind nicht enttäuscht worden. So haben wir es auch in diesem Jahr wieder gewagt, eine völlig unbekannte Oper in unser Programm aufzunehmen: Die weiße Dame von François-Adrien Boieldieu – in die deutsche Sprache übersetzt von dem Regisseur Dominik Wilgenbus. Leider waren die Texte akustisch nicht besonders gut zu verstehen. Aber uns wurde bald klar, um was es ging:

Der Offizier George Brown platzt in die Tauffeierlichkeiten beim schottischen Pächter Dikson und seiner Frau Jenny und erfährt, dass Dikson einst von der „weißen Dame“, die auf dem nahen Schloss von Avenel umhergeistern soll, Geld bekam und dafür versprochen hat, der „weißen Dame“, wenn die Zeit gekommen ist, zu Diensten zu sein. Als ein Brief eintrifft, der an dieses Versprechen erinnert, bekommt es der Pächter mit der Angst zu tun und George Brown macht sich an seiner Stelle auf den Weg ins Schloss. Dort hat der Gutsverwalter Gaveston das Anwesen bewusst herunter gewirtschaftet, um es in einer Versteigerung günstig in seinen Besitz zu bringen. Sein Mündel Anna hat sich vor kurzem in George Brown verliebt, der nicht weiß, dass er der rechtmäßige Erbe des Schlosses Avenel ist. Auf Anweisung der weißen Dame ersteigert er das Schloss, obwohl er völlig mittellos ist. Anna, die den Ahnenschatz der Avenels verwaltete,  tritt als „weiße Dame“ auf und enthüllt Georges Identität. Ende gut, alles gut.

Diese – doch etwas abstruse –  Geschichte wurde von den Akteuren in ihren knallbunten Kostümen mit viel Witz und großer Spielfreude dargestellt.  Es stimmte wieder alles: großartige Stimmen, allen voran der aus Wien stammende Tenor Clemens Kerschbaumer in der Rolle des Offiziers George sowie die spanische Sopranistin mit dem unaussprechlichen Namen Naroa Intxausti, die bereits seit 4 Jahren zum Gießener Ensemble gehört. Und natürlich die die temperamentvolle schmissige Musik des Komponisten François-Adrien Boieldieu.

Bei dieser temporeichen und witzigen Inszenierung vergingen die 170 Spielminuten wie im  Flug.

Fotos: mit freundlicher Genehmigung des Stadttheaters Gießen

Ahrweiler mit Regierungsbunker und Drachenfels

Bunkereingang

Bunkereingang Regierungsbunker Ahrweiler

Tagesausflug am Samstag, den 23.April 2016 nach Ahrweiler zur Besichtigung des Regierungsbunkers mit anschließender Fahrt zum Drachenfels-Plateau.

Am frühen Samstagmorgen fuhren wir mit einem fast voll besetzten Bus der Firma Plus Bus Tours zunächst nach Bad Neuenahr-Ahrweiler zur Besichtigung der „Dokumentationsstätte Regierungsbunker“. Vom Parkplatz „Römervilla“ führten verschiedene Wege zu dem in einem Weinberg gelegenen Bunker. Wir hatten sogar die Möglichkeit, mit Taxis den steilen Anstieg zu bewältigen, die Herwig Stein vorsorglich bestellt hatte.

Der Bunker entstand unter großer Geheimhaltung in den Jahren 1960 bis 1972 in zwei Tunneln einer nie fertig gestellten Eisenbahnstrecke. Er war für die zivilen Behörden aus der damaligen Bundeshauptstadt Bonn bestimmt und sollte der deutschen Bundesregierung als Ausweichsitz der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland und unterirdische Führungsanlage im Kriegsfall dienen.

Nach Ende des Kalten Krieges wurde die Anlage aus Kostengründen Ende der neunziger Jahre zunächst stillgelegt. Heute ist nur noch ein kleines Bunkerstück von ca. 200 Metern Länge erhalten, das in das Museum „Dokumentationsstätte Regierungsbunker“ umfunktioniert wurde. Vorausgegangen waren eine jahrelange aufwändige Entkernung und der Rückbau des ehemaligen Bunkers. Und erst seit dieser Zeit hat die Öffentlichkeit Kenntnis von dieser gigantischen Anlage. Die Kosten des teuersten Bauwerks der Bundesrepublik betrugen damals 4,1 Milliarden D-Mark. Die Gelder flossen von allen Ministerien auf ein so genanntes „Baukonto.“

Betreiber des Museums ist heute der Heimatverein „Alt-Ahrweiler“ e. V. Wir wurden von einem der 40 gut geschulten Gästeführer geführt, der interessantes und kurzweiliges zu erzählen wusste.
Im Verlauf dieser 90minütigen Führung wurden uns verschieden Räume gezeigt und erklärt. Besonders beeindruckend waren die beiden rollbaren Eingangstore aus Beton und Stahl, welches jedes ein Gewicht von 25 Tonnen hat. Die Einrichtung schien uns fast vorsintflutlich: eine – damals – rund um die Uhr besetzte Kommandozentrale, die an Science Fiction Filme aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts erinnert, Dekontaminationskammern, bis hin zum Schlafgemach des Kanzlers mit Bett und eigenem Bad, ein Friseursalon, ebenso Reste der früheren Krankenstation, und technische Einrichtungen. Alles eingerichtet für den Fall, dass die damalige Hauptstadt Bonn geräumt werden musste. In diesem 19 km langen System aus Tunneln und Seitengängen mit insgesamt 20.000 Türen sollten bis zu 3000 Personen Platz haben und so vor einem Angriff mit Atom-Waffen geschützt werden. Die Nahrungsvorräte in riesigen Lagern reichten für jeweils einen Monat und wurden ständig erneuert.

2009 wurde der Regierungsbunker von der Europäischen Kommission zum Europäischen Kulturerbe erklärt.
Wir waren sehr beeindruckt, als wir den Bunker verließen.

Unsere nächste Station war Bad Neuenahr-Ahrweiler. Durch die romantische Einkaufstraße in der Innenstadt, auf neudeutsch: Shopping Mall, erreichten wir das Restaurant Bells, wo wir zum Mittagessen angemeldet waren. Nachdem wir dort schnell, gut und reichlich bewirtet wurden, blieb uns bis zur Weiterfahrt um 15.00 Uhr sogar noch etwas Zeit für einen kleinen Einkaufsbummel.

In Königswinter brachte uns die älteste noch betriebene Zahnradbahn Deutschlands – die Drachenfelsbahn – zur Burg Drachenfels. Der Sage nach soll hier oben im Siebengebirge Siegfried den Kampf mit dem Drachen ausgefochten haben. Bis in die Mitte des vorletzten Jahrhunderts wurde auf dem Drachenfels Trachyt abgebaut, der auch zum Bau des Kölner Doms verwendet wurde, ebenso wie der Lungstein aus dem Rabenauer Steinbruch.

Die meisten eilten sogleich zu Kaffee und Kuchen in das Restaurant auf dem Plateau und einige wenige begaben sich zur Burgruine, dem Rest einer einstigen Burganlage. Bei inzwischen herrlichem Sonnenschein aber auch kaltem Wind hatte man einen wunderschönen Blick über den Rhein nach Königswinter und das benachbarte Bonn, sogar den Kölner Dom konnten wir in der Ferne erkennen.

Nach diesem erlebnisreichen Tag kehrten wir um 18.00 Uhr mit vielen neuen Eindrücken wieder zurück. Man war sich einig, dass der erste Vorsitzende Herwig Stein diesen schönen Tagesausflug wieder sehr gut geplant und organisiert hatte.

Fotos: Klaus Kober, Herwig Stein, Hartmut Winkler