Mala Vita – Giordano trifft auf Gesualdo – Oper von Umberto Giordano im Stadttheater Gießen

Sonntag, 14.10.2018

Wie in jedem Jahr, so hat auch in diesem Jahr die Intendanz wieder eine selten gespielte Oper auf dem Spielplan: Mala Vita – Giordano trifft auf Gesualdo.
Umberto Giordano, den Komponisten der Oper kennen wir. Seine schöne und berühmte Oper Andrea Chenier haben wir vor 10 Jahren bereits in Gießen gesehen. Aber wer ist Gesualdo? Don Carlo Gesualdo da Venosa, geb. 1566, also 300 Jahre vor Giordano, war ein italienischer Fürst und Komponist – und Mörder!
Interessante Geschichte: Er erdolchte in seinem Palast in Neapel seine Frau und ihren Liebhaber. Auch die kleine Tochter – Vaterschaft unklar! – mußte sterben. Ehrenmorde unter Adligen wurden damals nicht gesühnt, trotzdem floh Gesualdo um der Rache der Familien zu entgehen. 1591 trat er sogar die Nachfolge seines Vaters als Fürst von Venosa an. 1594 heiratete er erneut und verbrachte mit seiner zweiten Ehefrau zwei Jahre in Ferrara. In dieser Zeit entstand vermutlich ein Großteil seiner Kompositionen. Danach zog er sich erneut auf sein Schloss zurück. Nachdem 1600 das einzige Kind aus seiner zweiten Ehe gestorben war, verstärkten sich Gesualdos Depressionen und er wandte sich der Komposition von geistlicher Musik zu.

Diese erste Vorstellung in der Theatersaison 2018/2019 sahen wir am Sonntag, den 14.10.2018 im Gießener Theater. Wir erlebten eine wunderbare Aufführung mit herrlichen Stimmen. In der Rolle des Färbers Vito debütierte der Tenor Deniz Yilmaz am Stadttheater. Ebenfalls zum ersten Mal ist Angela Davis als Cristina in Gießen zu erleben. In weiteren Rollen hörten wir Grga Perso, Florian Spies und Marie Seidler sowie den stimmgewaltigen Chor und Extrachor des Stadttheaters.

Die Handlung spielt in den Slums von Neapel.
Der Färber Vito hat in einem Gebet geschworen, eine Prostituierte zu heiraten, wenn er von der Tuberkulose geheilt wird. Vor einem Bordell begegnet er der Prostituierten Cristina, erklärt ihr seine Liebe und verspricht, sie zu heiraten. Ganz nebenbei unterhält er aber auch eine Beziehung mit der verheirateten Amalie, deren Ehemann ebenfalls ein Freier Cristinas ist. Amalia versucht vergeblich, Cristina von einer Heirat mit Vito abzubringen. Als es Amalia gelingt, Vito erneut zu verführen, schickt dieser die verzweifelte Cristina wieder in ihr Bordell zurück.
Die Kurz-Oper wurde erweitert durch eingefügte Madrigale von Carlo Gesualdo, die von einem sechsstimmigen Chor vorgetragen wurden. In den Renaissance-Kostümen bildeten die Sänger des Gesualdo-Ensembles auch optisch einen deutlichen Kontrast zu der Garderobe der Opernfiguren im italienischer Chic der 60er Jahre.
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

Fahrt nach Haina am 16. September 2018

Als letztes Event im Allendorfer „Kultursommer“ stand unsere Fahrt zu den Klosterkonzerten in Haina auf dem Programm. Zunächst begann um 14.00 Uhr die Führung durch das Kloster.
Dieses ehemalige Kloster ist eines der wenigen original erhaltenen gotischen Zisterzienserkloster. 1188 gegründet, erwarb es durch Schenkungen, Kauf und Tausch reichen Grundbesitz zwischen Kassel und Frankfurt und gehörte zu den wohlhabenden mittelalterlichen Klöstern des Ordens.

Durch einen kleinen Eingang betraten wir einen schmucklosen Kirchenraum mit 75 m Länge und 20 m Höhe. Architektur und Ausstattung sind schlicht, wie es die Regeln der Zisterzienser fordern, lediglich die farbigen Fenster bilden hier eine Ausnahme. Interessant war die Chorschranke – eine Rarität in Deutschland. Sie trennte beim Gottesdienst die Priesterkaste von den Laienbrüdern.
Durch den Kreuzgang gelangten wir in einen wunderschönen Innenhof und von dort ins Refektorium, dem Speisesaal des Klosters, wo ein Gemälde des Malers Tischbein hing: „Christus auf dem Ölberg.“

Unser Führer tat sein bestes, um uns sein großes Wissen über die Kirchengeschichte und das karge Leben der Mönche zu vermitteln. Interessant wäre es allerdings auch gewesen, etwas über die heutige Nutzung des Klosters als Heilstätte sowie über den Maler Tischbein zu erfahren. Daher an dieser Stelle einige Infos:

1527 wurde das Kloster nach Einführung der Reformation durch Landgraf Philipp von Hessen aufgehoben. Ein großer Teil der klösterlichen Besitzungen Hainas wurde der im gleichen Jahr gegründeten Marburger Philipps-Universität übertragen, die somit die erste protestantische Universität der Welt war. Das Kloster wandelte Philipp in ein Landeshospital für arme Männer in seinem Land um. Ab dem 19. Jahrhundert war die Einrichtung Heil- und Pflegeanstalt. Heute wird das Krankenhaus von der VITOS GmbH in moderner und zeitgemäßer Form geführt und gliedert sich in 4 Abteilungen:
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Klinik für forensische Psychiatrie
Heilpädagogische Einrichtung –
Begleitender Psychiatrischen Dienst, vormals Wohn- und Pflegeheim.
Darüber hinaus verfügt Vitos Haina über eine eigene Bauverwaltung mit angegliederten Werkstätten.
Vitos beschäftigt ca. 1.000 Mitarbeiter

Un vom Maler Tischbein wollte mer ja auch was wisse:
In einem kleinen Haus an der Klostermauer lebte die Künstlerfamilie Tischbein. Am bekanntesten wurde der Goethe-Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, dessen Bild „Goethe in der Campagna“ wohl das bekannteste Goethebild ist. Es zeigt Goethe mit einem übergroßen Hut und einem weißen Gewand gekleidet vor einer römischen Landschaft sitzend. Angeblich soll es Tischbein für das Kloster gemalt haben – heute hängt es im Städel-Museum in Frankfurt. Unverkäuflich – unbezahlbar.
Das Hainaer Tischbein-Haus ist seit 2014 nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich, weil zu wenig Besucher kamen. Gelegentlich präsentiert das Kloster Ausstellungen über die Malerfamilie Tischbein mit ihren 16 aktiven Künstlern.

Anschließend war „Kaffeetrinken“ angesagt. Unser Vorsitzender Herwig Stein hatte uns schon lange vorher im Klostercafe „Zum alten Amtshaus“ angemeldet, doch wenige Tage vor unserem Besuch kam die Absage. So mußte umdisponiert werden. Glücklicherweise konnten wir in der nahe gelegenen Pizzeria Brar einkehren, wo auch schon Kaffee und Kuchen für uns bereit stand. Und der gute Herr Magel von der Firma „Plus Bus Tours Lich“ fuhr mit seinem großen Bus die Fußkranken sogar bis zum Cafe.

Daran anschließend ging es zum eigentlichen Hauptgrund unseres Besuchs:
Sinfonisches Abschlusskonzert mit dem Marburger Kammerorchester unter Leitung von Jens Amend.
Wir hörten Werke u.a. von Joseph Haydn, Felix Mendelssohn-Bartholdy und W.A. Mozart.
Eine ungarisch-rumänische Cellistin mit dem unaussprechlichen Namen Csilla Cecskes Aved brachte einige Solostücke zu Gehör, welche mit viel Beifall belohnt wurde. Und natürlich gab es am Ende des 1 1/2stündigen Konzerts auch reichlich Applaus für das gesamte Orchester.

Glücklicherweise hatte Jens Amend in der vollen Klosterkirche die vorderen Bänke und mehrere bequeme Stuhlreihen im Querschiff für uns reserviert. Jens Amend ist mit dem Marburger Kammerorchester bzw. auch als Organist in der Vergangenheit mehrmals in der Allendorfer Kirche und im „Dom zu Rabenau“ aufgetreten.
Ein ereignisreicher Tag ging zu Ende und gegen 19.00 Uhr traten wir wieder die Heimreise an.
GS

Samstag, den 11. August 2018 Freilichtbühne Hallenberg: My fair Lady

Aufgrund der großen Nachfrage fuhren wir auch hier mit 2 Bussen nach Hallenberg. Das diesjährige Erwachsenenstück „My fair Lady“ war wieder ein voller Erfolg. Szenenapplaus, Gelächter, Mitsummen bei den bekannten Songs und witzige Kommentare.

Wir haben uns köstlich amüsiert. Es gab mehrmals Szenenapplaus und am Ende Standing Ovation für die tollen Akteure.

Viele konnten sich noch an die Filmfassung mit Paul Hubschmid in der Rolle des Professor Higgins erinnern. Dieser wettet mit Oberst Pickering, dass er aus dem Blumenmädchen Eliza durch Sprach- und Benimmunterricht eine vornehme Lady machen kann.

Fast alle Lieder sind Gassenhauer geworden: „Es grünt so grün“, „Mit ´nem kleenen Stückchen Glück“, „Ich hätt´getanz heut´ Nacht“ und viele andere. Bis zum Happy End gibt es noch zahlreiche Verwicklungen und Missverständnisse.

Da unsere „Stammkneipe“ Der wilde Zimmermann an diesem Tag keine 75 Personen bewirten konnte, speisten wir erstmals im Anschluss an die Vorstellung im „Sauerländer Hof“, den uns Frau Lich empfohlen hatte. Eine Speisekarte zur Vorbestellung für das Abendessen hatte Herr Stein bereits im Bus ausgegeben.

Carmina burana von Carl Orff in der Rittal Arena Wetzlar am 25.5.2018

Das war wieder mal eine Vorstellung der Extra-Klasse. Im besonderen Ambiente der Rittal-Arena hörten wir Chor und Extrachor des Stadttheaters Gießen, den Gießener Konzertverein, die Wetzlarer Singakademie sowie die Frankfurter Singakademie – ein gewaltiges Klangereignis mit über 200 Sängern. Es spielte das Philharmonische Orchester Gießen mit seinen rund 60 Instrumentalisten. Die musikalische Gesamtleitung hatte Jan Hoffmann.

Als Solisten hörten wir:

Sopran: Antje Bitterlich

Tenor: Clemens Kerschbaumer

Bariton: Grga Peros

Mit seiner szenischen Kantate CARMINA BURANA aus dem Jahr 1937 schuf Orff ein monumentales Werk für Chor, Solisten und Orchester. Die mittelalterliche Handschrift aus dem 12. Jahrhundert stammen zwar aus dem Kloster Benediktbeuern, beinhalten aber keineswegs kirchliches Liedgut.

Jeder der drei Gesänge hat ein eigenes Thema. Die Lieder werden zum Teil in alter deutscher

Sprache und in Latein gesungen. Es beginnt mit einem gewaltigen Chor zu Ehren der Schicksalsgöttin Fortuna und ihrer Macht. Alles dreht sich dann um die Lebensfreude

Der zweite Teil ist die Schilderung eines derben, mittelalterlichen Saufgelages. Im letzten Gesang stehen Liebe und Sehnsucht im Mittelpunkt.

Mit lang anhaltenden stehenden Ovationen belohnten die rund 1400 Zuhörer die grandiose Vorstellung. Wir waren alle begeistert, so eine tolle Aufführung hatten wir lange nicht mehr erlebt.

Es war das dritte städteübergreifende Projekt des Gießener Theaters nach Verdis „Requiem“ 2013 und Felix Mendelssohn-Bartholdys „Elias“ 2016.

GS

West Side Story

Aufgrund der großen Nachfrage fuhren wir am Sonntag, den 27. Mai 2018  mit 2 Bussen nach Kassel ins Staatstheater. Wir waren rechtzeitig da und nahmen erwartungsvoll unsere Plätze ein.

Jedoch wurden wir zunächst von der Intendanz davon unterrichtet, dass sich die Vorstellung etwas verzögert, da zwei Posaunisten ausgefallen seien. Es werde alles getan, um so schnell wie möglich Ersatz zu finden. Somit begann die Vorstellung mit einer halben Stunde Verspätung.

Als Entschädigung dafür wurde dem Publikum in der Pause ein kostenloses Getränk gereicht. Sekt und alkoholfreie Getränke standen für die Besucher bereit.

Das Musical von Leonard Bernstein ist auch heute noch aktuell, viele junge Schauspieler brachten das Geschehen mit viel Temperament auf die Bühne, nicht zu vergessen die vielen bekannten Musikstücke. Es sind Songs wie „Tonight“, „Somewhere“ oder „Maria“, die Leonard Bernsteins „West Side Story“ unsterblich gemacht haben. West Side Story basiert auf dem literarischen Text von Shakespeares „Romeo und Julia“. Das Liebespaar Maria und Tony gerät zwischen die Mühlen zweier miteinander verfeindeter New Yorker Gangs: die einheimischen „Jets“ und die zugewanderten Puertoricaner, die „Sharks“. Gut zu unterscheiden durch die doch etwas gewöhnungsbedürftigen roten und grünen Frisuren. Die beiden Banden liefern sich in den Slums der West Side erbitterte Schlachten. Doch anders als in Shakespeares Tragödie nimmt sich Maria am Ende nicht das Leben, obwohl auch ihr Geliebter den Tod findet. Über seiner Leiche schließen die Banden schließlich Frieden.

Die Affäre Rue de Lourcine

Am 8. Februar 2018 besuchte der Kulturing Allendorf diese  Komödie von Eugéne Labiche im Stadttheater Gießen. In der Gießener Allgemeinen Zeitung wird „Die Affäre Rue de la Lourcine“ als eine gut gemachte irrwitzige Enthüllungskomödie bezeichnet, die jede Menge Spaß macht. Eugéne Labiche beschrieb in seinen vielen Komödien die Abgründe und geheimen Träume, die oft hinter ehrenwerten Fassaden stecken.

Kurzinhalt:
Hauptdarsteller Lenglumé erwacht nach einem feucht-fröhlichen Klassentreffen neben seinem Schulkameraden Mistingue ohne Erinnerung an die Ereignisse der letzten Nacht. Aus der Zeitung erfahren sie von einem Mord an einer jungen Kohlenschlepperin in der vergangenen Nacht. Unterstützt von einer Reihe von Indizien kommen die beiden zum Schluss, dass sie im Rausch den Mord begangen haben. Nun versuchen die beiden mit grotesken Rettungsversuchen einen drohenden Skandal abzuwenden. Am Ende finden sie heraus, dass die Zeitung 20 Jahre alt ist und sie gar nicht die Mörder sein können!

Roman Kurtz (Mistingue) ist seit 2001 festes Ensemblemitglied am Stadttheater Gießen und wir haben ihn schon in zahlreichen Rollen gesehen. Aber noch nie mit einer so seltsamen kurzen Ponyfrisur – die steht eigentlich nur Mister Spock. Und auch Pascal Thomas, der ansonsten smarte Lockenkopf aus dem Schauspielerensemble war in der Rolle des Dieners Justin mit schütteren Haaren kaum wiederzuerkennen.

Mehrfach verschwand er durch eine der vielen Türen und wie durch Zauberei trat er sofort durch die gegenüberliegende Tür wieder ein. Ein weiterer Gag war die Einbeziehung der Souffleuse in die Handlung. Tom Wild – neu am Theater – spiele überzeugend den Volltrottel Lenglumé.

Was für ein Theater, das turbulente Geschehen auf der Bühne glich einem Hexenkessel und einige Regieeinfälle waren doch etwas grenzwertig in dieser wort- und temporeichen Inszenierung. Im Sinne des Dichters – Eugéne Labiche – wurden zwischendurch von einem Darsteller witzige zweideutige und satirische Lieder (Couplets) vorgetragen. Warum dafür das Streichertrio – jeweils immer anders gewandet – in einem großen Himmelbett spielte, konnten wir uns auch nicht erklären. Dem 90minütigen Einakter hat man eine Pause aufgedrückt, noch dazu mitten in einem Lied.

Schlüssigerweise wurde gleich nach der Unterbrechung wieder weitergesungen und so sorgte man für einen perfekten Übergang. Als jahrzehntelanger Kunde des Theaters hatten wir wieder die besten Plätze in den vordersten Reihen und konnten so das Spectaculum hautnah miterleben. „Ist ́s vorüber, lacht man drüber“ was das letzte Lied. Zum Schluss gab es höflichen Beifall und – ja doch – wir lachten auch.

Dirty Dancing in der Alten Oper, Frankfurt

Alte Oper, Frankfurt

Das war wieder ein Highlight der Extraklasse. Das Interesse an dem Musical war groß und so fuhren wir am Samstag, den 06.01.2018 wieder mal mit 2 Bussen der Firma Plus Bus Tours Heiko Lich nach Frankfurt in die Alte Oper. Mitreißende Tanzeinlagen, unsterbliche Songs und eine wundervolle Geschichte über die erste Liebe – das sind die Zutaten, die den Film so erfolgreich haben werden lassen und die auch dafür sorgen, dass das Musical viel Spaß und Freude macht.

Die Handlung (Kurzfassung)
DIRTY DANCING spielt im Sommer 1963 im Ferienresort Kellermanns in New York. Die schüchterne Frances „Baby“ Houseman langweilt sich unter den Erwachsenen im Urlaub mit ihren Eltern, bis sie ihr Herz an den anziehenden Tanzlehrer und Showtänzer des Hotels Johnny Castle verliert. Es folgt ein Auf und Ab der Gefühle, Konflikte und Probleme müssen sowohl zwischen den Jugendlichen wie auch zwischen den Generationen gelöst werden. Der Satz am Ende des Musicals „Mein Baby gehört zu mir“ ist genauso legendär wie Johnys übermütiger Sprung von der Bühne und die Hebefigur mit seinem „Baby“!

Der Profi-Darsteller Mate Gyenei in der Rolle des Tanzlehrers Johnny hat eine achtjährige Latein- und Standard-Tanzausbildung absolviert sowie sechs Jahre ungarischer Volkstanz, Stepp, Ballett und Akrobatik. Vor seiner Musical-Karriere spiele er in der 3. Fußballliga in Ungarn. Anna Louise Weihrauch in der Rolle von „Baby“ Frances Housemann sammelt vor ihrer Musical-Karriere Bühnenerfahrungen in Gastrollen wie z.B. in „Verbotene Liebe“. Es wird deutsch gesprochen in dieser Inszenierung, aber weitgehend englisch gesungen – denn was wären die Hits „Do You Love Me“, „Hungry Eyes“ oder gar „Time Of My Life“ ohne den Originaltext.

Fazit: Wir waren begeistert – am Ende hielt es keinen mehr auf den Plätzen und es gab zu Recht für alle Mitwirkenden tosenden Applaus.

„Ein Herbstmanöver“ – Operette von Emmerich Kalman

Foto: Rolf K. Wegst

Am Sonntag, den 5.11.2017 sahen wir im Stadttheater Gießen die Operette „Ein Herbstmanöver“ von Emmerich Kalman. Mit einem turbulenten Abenteuer aus dem Leben der Husaren begann die Karriere des ungarischen Komponisten. Feurige Märsche ebenso wie leidenschaftliche Zigeunerweisen deuteten bei der Uraufführung 1909 im Theater an der Wien auf die spätere Welterfolge wie DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN und GRÄFIN MARIZA hin. In der fast dreistündigen Inszenierung des ungarischen Regisseurs Baláz Kovalik erlebten wir in Gießen eine turbulente Aufführung. Beláz Kovalik hat aus der Urfassung eine neue, durchaus gelungene Giessener Fassung erstellt.

Die Handlung um einen von der Liebe enttäuschten Offizier, der zwischen zwei Frauen steht, spielt am Vorabend des Ersten Weltkriegs.
Ein Husarenregiment hält in der Puszta nahe beim Schloss der Baronin Riza ein Herbstmanöver ab. Die Schlossherrin Riza weiß, dass daran auch ihr ehemaliger Geliebter Lörenthy teilnimmt. Und dieser lässt nichts unversucht, um seine einstige Liebe wiederzugewinnen. Als sich ihre Wege kreuzen, plant Lörenthy ein Exzess: „Tanzen wie ein Schneidergeselle, trinken wie ein Bürstenbinder“.

Mit viel Witz und auch Sarkasmus nahm die Operette ihren Lauf. Trotz einiger Stilbrüche war es eine sehr unterhaltsame Aufführung. Aktuelle Seitenhiebe auf Air Berlin und die Titanic gehörten auch dazu. Das Orchester unter der bewährten Leitung von Michael Hofstetter spielte manchmal etwas zu laut, so dass man die Sänger nur schwerlich verstehen konnte.
Den Neuzugang am Giessener Theater, der Kroate Grga Peros in der Rolle des Oberleutnants Lörenthy hatten wir vor wenigen Wochen erst als Don Giovanni in der gleichnamigen Oper erlebt. In dem Altknecht Bence erkannte langjährige Theaterbesucher den inzwischen 82jährigen Rainer Domke, der von 1961 und 2001 Ensemblemitglied am Stadttheater war.

Eine Augenweide waren auch Tänzer der Tanzcompagnie unter der Leitung des Gastchoreographen Leo Mujic. Sie wirbelten über die Bühne, als hätten sie Gummi in den Gelenken. Mujic wird von internationalen Kritikern als hochbegabter Choreograph gefeiert und gastierte
weltweit an großen Bühnen.
Der kräftigte Applaus am Ende der Vorstellung zeigte, dass die Zuschauer mit der Vorstellung mehr als zufrieden waren.

Fotos : Rolf K. Wegst, Stadttheater Gießen.

Don Giovanni im Stadttheater Gießen, am 21.10.2017

Foto: Rolf K. Wegst

Oper von Wolfgang Amadeus Mozart. Das war doch wieder Mal eine gelungene Vorstellung im Stadttheater Giessen. Mozarts Oper schildert die letzten Stunden im Leben des skrupellosen Lebemanns Don Giovanni. In einem Nebeneinander aus Komödie und Tragödie sahen wir einen gescheiterten Liebhaber, dem nichts mehr gelingt und der am Ende für immer abtritt.

Kurzinhalt:
Sevilla bei Nacht. Don Giovanni kommt aus dem Haus des Komturs, gefolgt von dessen Tochter Donna Anna. Don Giovanni tötet den Komtur, der sich ihm in den Weg stellt. Dann erscheint die liebeskranke Donna Elvira, die er auch verlassen hat. Giovannis Diener Leporello erzählt ihr in der berühmten Registerarie von den vielen Liebschaften: „Schöne Donna, dies genaue Register enthält seine Liebesaffären…“
Das Brautpaar Masetto und Zerline erscheinen auf dem Weg zur Hochzeitsfeier. Zur Erheiterung des Publikums Masetto im Hasenkostüm, Zerlina als Teufelchen. Don Giovanni sieht in Zerlina sein nächstes Opfer, doch Donna Elvira greift ein und beschuldigt ihn als gefährlichen Schwerenöter. Gleichzeitig erkennt Donna Anna in ihm den Mörder ihres Vaters und schwört Rache – gemeinsam mit anderen Betrogen
Später stehen alle vor der Statue des toten Komturs, und übermütig lädt Don Giovanni den steinernen Gast zum Fest auf sein Schloss ein. Dort beginnt die Statue beginnt zu sprechen und fordert Don Giovanni auf, seine Untaten zu bereuen. Als dieser sich weigert, wird er am Ende mit großem Spektakel ins Jenseits befördert
Nach „Cosi fan tutte“ im vergangenen Jahr und „Don Giovanni“ in dieser Saison dürfte im nächsten Jahr „Figaros Hochzeit“ auf dem Programm stehen – die letzte Oper von Mozarts Librettisten Lorenzo da Ponte. Wir freuen uns drauf.

Tagesfahrt nach Limburg am 23.09.2017

Blick auf den Dom

Aufgrund der vielen Anmeldungen fuhren wir mit einem großen Bus der Firma Plus Bus Tours Heiko Lich nach Limburg. Um 9.30 Uhr trafen unsere beiden Stadtführerinnen an der Busempfangsstation ein und unsere große Gruppe wurde aufgeteilt: eine Gruppe für die Altstadtführung und eine weitere für die etwas längere Tour, die bis zum St. Georgsdom führte.

Die Führung begann am Katzenturm, einem ehemaligen Teil der Stadtbefestigung. Bei unserem Gang durch die verwinkelte Altstadt mit ihren engen Gassen sahen wir zahlreiche Fachwerkhäuser mit kunstvollen Schnitzereien wie den Neidköpfen, Schreckmasken und Lebensbäumen. Sie wurden erbaut vom 13. bis 19. Jahrhundert und überstanden den zweiten Weltkrieg nahezu unversehrt. Fast alle der schönen restaurierten Fachwerkhäuser standen giebelständig zur Straße und beherbergen heute viele kleine Geschäfte mit Souvenirs sowie Kaffees und Restaurants.

Auf dem Domplatz angekommen, interessierte uns zunächst einmal die immer noch leer- stehende Nobelresidenz des Bischofs Tebartz-van Elst. Wir konnten ein Blick über die Mauer auf den schwarzen, nahezu fensterlosen Bau werfen, auch die angrenzenden flachen, hellen Gebäude schienen fensterlos zu sein.

Dann hatten wir Gelegenheit zu einem kurzen Rundgang im Dom. Er war zunächst Stift- und Pfarrkirche St. Georg und St. Nikolaus und ist seit der Gründung des Bistums Limburg im Jahr 1827 die Kathedralkirche des Bistums.

Die Bedeutung des Limburger Ortsnecknamens „Säcker“ wurde uns damit erklärt, dass die Lahn im 19. Jahrhundert eine viel genutzte Schifffahrtsstraße geworden war. Die Waren wurden in Säcke verpackt und von Tagelöhnern in Limburg ausgeladen. Dabei soll so auch manches Gut eingesäckelt worden sein. Und wahrscheinlich ist manch einer dann abends im Wirtshaus „versackt!“. Im Volksmund nannte man die Träger daher „Säcker“.

Nach dieser informativen Stadtführung eilten wir zum Mittagessen in eines der vielen Lokale. Anschließend bummelten wir zur nahe gelegenen Schiffsanlegestelle und starteten zur Lahnrundfahrt. Nach der ersten Schleusung sahen wir im Limburg Stadtteil Dietkirchen am Westufer der Lahn die St. Lubentiusbasilika (Bild), eine der schönsten Kirchen Hessens. Unser Schiffsführer machte uns auch darauf aufmerksam, dass wir von der Lahn aus die 7 Türme des Doms erblicken konnten. Wir passierten Diez mit dem Schloss Oranienstein – dem Stammschloss des niederländischen Königshauses.

In Diez war in der Ferne auch die größte Strafanstalt des Landes Rheinland-Pfalz zu erblicken. Zur modernen Geschichte gehörte auch ein Blick auf die gesprengten Brückenpfeiler der alten Autobahnbrücke.Ein erlebnisreicher Tag ging zu Ende und wir traten mit vielen Informationen über eine sehenswerte Stadt die Heimreise an.

Danke an Hartmut Winker, der diese Fahrt hervorragend organisiert hatte. Und natürlich an Herwig Stein, der seine bekannt guten Beziehungen zum Wettergott wieder recht gut genutzt hatte.