Natur

Botanischen Garten in Gießen besucht

Einen interessanten Nachmittag erlebten die Mitglieder des Kulturrings bei einer Führung durch den Botanischen Garten am 26.07.2013 in Gießen. Frau Erika Hofmann hatte die Organisation übernommen.

Der Technische Leiter des Botanischen Gartens, Herr Dipl.-Ing. Holger Laake, verstand es, interessant und spannend sein Wissen über die verschiedensten Pflanzen an den Mann bzw. die Frau zu bringen.

Der Botanische Garten liegt mitten im Zentrum von Gießen und ist der älteste botanische Universitätsgarten in Deutschland, der sich noch an seinem ursprünglichen Standort befindet. Er wurde 1609 durch den Mediziner und Botaniker Ludwig Jungermann als »Hortus Medicus« (Medizinischer Heilpflanzgarten) angelegt.  Auf einer Fläche von vier Hektar gedeihen rund 8.000 Pflanzenarten aus unterschiedlichen Kontinenten, aber auch seltene heimische Pflanzenarten. Der Botanische Garten dient auch heute noch wissenschaftlichen Zwecken und ist zugleich  mit seinen Pflanzen und dem stattlichen Baumbestand eine grüne und idyllische Oase inmitten der Gießener Innenstadt. Für Besucher bildet der Garten mit seinen interessanten Pflanzen und zahlreichen alten Bäumen eine grüne Oase der Ruhe, die von den verschiedensten Gruppen gerne angenommen wird.

Im Anschluss an die Führung begaben wir uns in die nahe gelegene Innenstadt zum Kaffee trinken oder Eis essen ins  Cafe Geißner. Hier ließen wir den Nachmittag ausklingen.

 

 

Kräuterwanderung

Am Samstag, den 27. April 2013 hat der Kulturring Allendorf zu einer Kräuterwanderung eingeladen. Zur Kräuterwanderung mit Frau Anja Böhme von der Natur- und Kräuterschule Lumdatal stellten sich trotz des nasskalten Wetters ca. 20 interessierte Mitglieder ein.

Bevor wir zu einem kleinen Rundgang in der Allendorfer Gemarkung aufbrachen gab es zunächst ein paar Informationen über Frau Böhme selbst: Schon als junge Erwachsene entdeckte die Diplom-Geografin ihre Liebe zu Pflanzen und erforschte deren Biologie und Wirkung. Ihr weiterer Weg führte sie zu dem traditionellen Wissen der Kräuterfrauen. Als Naturführerin hat sie sich ebenfalls einen Namen gemacht. „Doch angekommen bin ich erst durch die Ausbildung und das Wirken als Phytotherapeutin“, beschreibt Anja Böhme ihren Weg. Ihren Schwer-punkt hat sie dabei auf die heimischen Wildpflanzen gelegt und ihr umfangreiches Wissen gibt sie gerne an andere weiter.

Das Angebot ihrer Natur- und Kräuterschule ist abwechslungsreich und reicht von Kräuterspaziergängern in der hiesigen Region über „heilende Früchte und Farben“, „Frauen- und Hexenkräuter“, „Wildkräuterapotheke“ bis hin zu „Wild- und Heilpflanzen im Jahreslauf“ sowie verschiedenen themenspezifischen Seminaren und einer kräuter-pädagogischen Weiterbildung. Lächeln gab sie zu, dass man sie im finsteren Mittelalter wohl als Hexe verfolgt hätte.

Auf unserer Wanderung zeigte uns Frau Böhme als erstes das Scharbockskraut. Der Name leitet sich ab von Skorbut, da seine Vitamin-C-haltigen Blätter gegen diese Mangelerscheinung eingenommen wurden. Weiter erklärte sie uns, dass zum Beispiel die Brennnessel 30 mal mehr Vitamine und Mineralien enthält als der beliebtere Kopfsalat. Und: „dass die Brennnessel nicht sticht, wenn man mit ihr spricht!“ Löwenzahn, Brennessel und Birkenblätter wirken entwässernd und Gänseblümchen haben ebenfalls einen hohen Vitamingehalt und schmecken angenehm nussig. Der Bärlauch hilft bei Gefäßkrankheiten und Bluthochdruck, und die heilende Wirkung von Waldmeister, Nelkenwurz, Knoblauchrauke und Eichenrinde wurde uns ebenfalls in anschaulicher Art und Weise vorgestellt.

Frau Böhme lobte die Landschaftspflege in Allendorf, da durch Entbuschung eine Magerwiese entstanden ist, die sich vor einer üppigen Weißdornhecke ausbreitete. Eine Magerwiese zeichnet sich dadurch aus, dass sie sehr nährstoffarm ist und dennoch viele verschiedene Pflanzen auf ihr wachsen und gedeihen wie Taubnessel, Veilchen, Labkraut, Spitzwegerich und Schafgarbe. Auch dies sind keine Unkräuter oder sogar Giftpflanzen – sie spielen eine wichtige Rolle in der Naturheilkunde und der Kosmetik. Frau Böhme betont, dass diese und noch viele andere Kräuterpflanzen wichtige Mineralien und Spurenelemente enthalten. Ihr Vitamin- und Mineralienanteil ist durchschnittlich siebenmal höher als bei den bekannteren Kulturgemüsesorten. Allerdings sind für das Sammeln und die gezielte Verwendung der Wildkräuter vielfältige Informationen zu beachten, sie sollen z.B. gesammelt werden ab Erscheinen der ersten Blättchen – meist März und April – bis zum Blütenbeginn. Auch die Tageszeit der Ernte spiele eine nicht unwesentliche Rolle.

Am Ende unseres Rundgangs zeigte uns Frau Böhme noch Holunder, Sauerampfer, Wiesenlabkraut, Wiesenschaumkraut, Quendel und Schachtelhalm. Die jungen Buchenblätter, die wir probierten, trafen allerdings nicht so sehr unseren Geschmack. Zum Abschluss der Wanderung servierte uns Frau Böhme eine vorzügliche Giersch-Apfelsaft-Limonade und einen Fichtenspitzenlikör. Uns allen hat es sehr gut gefallen und manch einer würde gerne eine weitere Kräuterwanderung im Herbst unternehmen. Der erste Vorsitzende des Kulturrings, Herwig Stein, bedankte sich bei Frau Anja Böhme für den unterhaltsamen und lehrreichen Vortrag.

Fahrt zum Keltenmuseum am Glauberg am 14. Mai 2011

Der Keltenfürst vom Glauberg

Bereits acht Tage nach der am 6. Mai erfolgten Eröffnung des Museums “Keltenwelt am Glauberg” unternahm der Kulturring Allendorf eine Fahrt dorthin, zu der Vorsitzender Herwig Stein 30 Mitglieder begrüßen konnte. Der Besuch begann mit einer Führung durch das moderne Haus, bei der Museumsführer Stefan Medschinski den interessierten Besuchern die Geschichte der Keltensiedlung am Glauberg vermittelte.
Vor 2500 Jahren sei dieser Ort ein lebendiger Mittelpunkt der Region gewesen, in dem “viele Menschen” gelebt haben müssen – wie viele, weiß man allerdings nicht. Archäologen haben aber seit den Dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts ihre Spuren entdeckt wie mächtige Befestigungsanlagen, Siedlungsstellen, Bestattungsplätze und Kultstätten, die auf die Zeit um 450 v. Chr. datiert werden. In zahlreichen Vitrinen sind die Originalfunde ausgestellt, die von Medschinski ausführlich erklärt wurden.
Zum Abschluss der Führung konnte die lebensgroße 1,86 Meter hohe Sandsteinstatue des “Keltenfürsten vom Glauberg” besichtigt werden, die in einem Graben bei Grabhügel Eins gefunden wurde. Der vermutlich bärtige Mann trägt einen Halsring sowie einen Arm- und einen Fingerring. An seiner rechten Seite ist ein Schwert mit einer Schwertscheide zu erkennen, und in der linken Hand hält die Figur einen Schild. Auffällig ist als Kopfbedeckung eine Kappe mit blattartigen Aufsätzen, die als übergroße Mistelblätter gedeutet werden. Misteln hatten für die Kelten eine besondere, heilige Bedeutung, und diese Blätter sind auch im Logo des Keltenmuseums dargestellt. Die an der Figur abgebildeten Teile wurden in ihrer unmittelbaren Nähe gefunden und sind in einer Vitrine im Original ausgestellt.
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