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Author: Herwig Stein

Schön wars – unser Ausflug zum Hessenpark in Neu-Anspach am 31.8.2023

Schön wars – unser Ausflug zum Hessenpark in Neu-Anspach am 31.8.2023

Marktplatz
Markplatz Gießen

Der Organisator des Ausflugs Hartmut Winkler informierte nach der Begrüßung kurz über den weiteren Ablauf des
Tages und versprach schönes Wetter. Dies sei immer der Fall, wenn der Vorsitzende Herwig Stein mit von der Partie ist.
Er sollte recht behalten.
Nach der Ankunft im Hessenpark um 12.00 Uhr mussten wir zunächst die schwere Entscheidung treffen: gehen wir
gleich zum Mittagessen in eines der drei Lokale oder bewegen wir uns zunächst mal in Sachen Kultur. Der ca.
dreistündige Aufenthalt konnte individuell gestaltet werden konnte.
Vieles gab es zu sehen: Uns interessierte zunächst die Häuserzeile aus Gießen, die ehemals am Marktplatz und
Kirchenplatz gestanden hat und bei den Luftangriffen am 6. Dez. 1944 zerstört wurden. Bei den Gebäuden handelt es
sich um Kopien, welche recht weit vom Ursprung abweichen. Leider hat man bei der Sanierung 2016 den schönen
Fachwerk-Erker am Kaminkahaus auch noch verschiefert.
Anders die gotische Kapelle aus Lollar aus dem Jahr 1479, die in den 70er Jahren unter Aufsicht des
Denkmalschutzamtes in den Hessenpark transloziert wurde. An Stelle der Kirche steht heute in Lollar der
Keulerbachbrunnen. Und dann gab es aus unserer Gegend noch die Seilerei Nebhuth aus Gießen: Werkzeuge und
Hilfsmittel sind Originalstücke der ehemaligen Gießener Seilerei am Lahnufer.
In einem Haus aus Schadeck befindet sich ein bunter Kramladen bzw. Dorfladen. (Foto)„Hugo Leibbrand
Kolonialwaren“ steht über dem Eingang. Kolonialwaren deshalb, weil früher Waren aus Übersee verkauft wurden. Und
früher konnte man dort sogar anschreiben lassen und den Dorftratsch erfahren. Es gab ja noch nicht einmal
WhatsApp!!!
Ebenso antiquarisch wie die Werkzeuge in einer Stallscheune aus Münchhausen erscheint uns heute auch die
Berufsbezeichnung: Klempner, Spengler oder Flaschner. Heutzutage heißt das Anlagenmechaniker!
Weitere interessante Häuser waren z. B. das Amtshaus der Grafen von Solms aus Hungen. In der gegenüberliegenden
Mühle aus Rörsheim hat die Hessische Uhrmacherschule ihren Sitz. Das Haus aus Ransbach – ein wehrhaftes
Speichergebäudes – gehörte zum Besitz des Klosters Haina.
Außerdem konnten wir beim Aufbau eines Kohlenmeiler zusehen und in einem Gemeindebackhauses aus dem
Westerwald wurde gerade Brot gebacken wie anno dazumal. Für nicht wenige von uns keine unbekannte Tätigkeit.
Mehr als 120 historische Gebäude wurden seit 1974 im Hessenpark wieder aufgebaut – einen kleinen Teil konnten wir
erkunden. Über 100 weitere „schlafende Häuser“ lagern im Museumsgelände zu Stapeln aufgesetzt und warten auf den
Wiederaufbau.
Um 15.00 Uhr fuhren wir weiter ins Rathaus Café nach Usingen in der Wilhelmjstraße. Wilhelmjstraße mit „jot“?
Tatsächlich. Die Straße wurde benannt nach dem „Geigerkönig“ August Wilhelmj. Er wurde hier in Usingen am
21.09.1845 geboren. Zu seinen Bewunderern zählte auch Richard Wagner, dieser berief ihn für seinen „Ring des
Nibelungen“ als Konzertmeister und Erster Geiger 1875 ans Bayreuther Festspielhaus. Auch nicht uninteressant für uns
„Kulturinger“!
Gegen 18.00 Uhr trafen wir wieder in der Heimat ein und alle waren sich einig: Schiee woarsch!

Kohlemeiler
Wagnerwerkstatt
Dämpfkolonne
Dorfladen
Besuch der Oper „La Clemenza di Tito“ Oper von W. A. Mozart am 22.6.2023

Besuch der Oper „La Clemenza di Tito“ Oper von W. A. Mozart am 22.6.2023

Als 5. und letzte Aufführung der Theatersaison 2022/2023 sahen wir im Stadttheater Gießen „La Clemenza di Tito“.

Vor Beginn hatten wir Gelegenheit, im oberen Foyer an einer interessanten Werkeinführung mit der Operndirektorin Ann-Christine Mecke teilzunehmen. Die Oper handelt vom römischen Kaiser Titus, dargestellt als tugendreicher und sanftmütiger Herrscher der allen Missetätern ihre Schuld vergibt.

Die Regisseurin der Oper Helena Röhr hatte sich für die Inszenierung von der legendären Fernsehserie „Dallas“ inspirieren lassen. Denn wie in „Dallas“ dreht sich die Handlung der Oper auch um Machtgier, Liebe, Rache und Angst.

Der erste Akt war etwas langatmig mit sehr vielen Rezitativen. Bei Mozart nicht unüblich, aber bei seinem  „Tito“ ungewöhnlich viele. (Sprechgesang mit  sparsamer musikalischer Begleitung). Der 2. Akt lief etwas flüssiger, die Handlung nahm Fahrt auf. In der großen Arie des Sesto „Parto, parto,“ konnten geübte Ohren eine Bassettklarinette hören, die extra aus Paris für dieses Werk nach Gießen geholt wurde. Somit war die Arie so zu hören, wie Mozart sie komponierte.

Zum Bühnenbild: Sofa, Kühlschrank, Fernseher und Minibar. Der historische Imperator Titus Vespasianus hätte sich gewundert. Aber auch wenn diese Inszenierung (fast) in der Gegenwart spielt – es war alles nachvollziehbar dargestellt.

Am Ende gab es lebhaften Applaus für die Aufführung, die einige Zuschauer mehr verdient hätte. Unser Fazit: Es war schön, es war sehr schön, es war wunderschön. Es hat sich jetzt wiederholt gezeigt, dass die Inszenierungen im Gießener Theater trotz anfänglicher Bedenken doch weitgehendst unser „Wohlwollen“ finden.

Zu loben ist auch unser Busfahrer von Plus-Bus-Tours Heiko Lich. Er hat die unübersichtliche Umleitungen in Gießen  in weitem Bogen umfahren, und uns pünktlich vor dem  Theater abgeliefert.

Jetzt wartet unser Vorstand auf die Einladung der Intendanz zur  neuen Spielzeitpräsentation für die Gruppenleiter.

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Als nächstes steht unser Tagesausflug zum Hessenpark am 31. 8. 2023 auf dem Programm

Dort können wir in vielen Bereichen sehen, wie das Leben in längst vergangen Zeiten gewesen ist.

Anmeldungen bitte an:

Hartmut Winkler, Allendorf/Lda. Tel. 06407/7276
Christiane Hümmer, Rabenau Tel. 06407/1399
Evi Zakel, Staufenberg Tel. 06406/9236555

 

Freilichtbühne Hallenberg 11.06.2023 – Die Passion

Freilichtbühne Hallenberg 11.06.2023 – Die Passion

50 Mitglieder des Kulturringes besuchten am 11. Juni 2023 auf der Freilichtbühne in Hallenberg im
Rothaargebirge die Aufführung der „PASSION“. Der Zuschauerraum bietet Sitzplätze für mehr als
1.400 Besucher und ist durch eine freitragende Überdachungsanlage fast vollständig geschützt.
In der Vorstellung spielen ca.150 Laiendarsteller vom Kleinkind bis zum Greis die Geschichte vom
Leben und Sterben Jesu Christi nach. Alle Mitspieler engagieren sich auf der Freilichtbühne
ehrenamtlich.
Wie sahen eine ergreifende und berührende Darstellung der Leidens Christi, präsentiert mit
zeitgemäßen und reduzierten Texten. Die Vorstellung ging unter die Haut.
Nach dieser beeindruckenden Vorstellung fuhren wir zum gemeinsamen Abendessen ins nahe
gelegene Gasthaus „Sauerländer Hof“, und ließen hier den Tag gemütlich ausklingen.
Es war ein langer schöner Tag, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Im nächsten Jahr steht in Hallenberg als Erwachsenenstück „In 80 Tagen um die Welt“ nach dem
Roman von Jules Verne und als Kinderstück „Aladin“ auf dem Programm.

Am 04.05.2023 sahen wir im Stadttheater Gießen das Schauspiel MÄDCHENSCHULE von Nona Fernandez

Am 04.05.2023 sahen wir im Stadttheater Gießen das Schauspiel MÄDCHENSCHULE von Nona Fernandez

Die Figuren in dem Stück sind realen Ereignissen nachempfunden, die sich in den 80er Jahren in Santiago de Chile unter der Diktatur von Pinochet zutrugen. Kern der Geschichte ist der Kampf der idealistischen jungen Menschen für eine bessere Welt.

Vom Schulhof zu den Sternen

Das fünfköpfige Ensemble spielt auf einer schrägen Asphaltfläche als Symbol des Schulhofs, der sich am Ende  in Einzelteile auflöste und am Bühnenhimmel als Sternbild neu formierte. Und tatsächlich schienen ferne Sterne durch den Raum zu schweben  – Video-Projektionen auf einem Gaze-Vorhang machten’s möglich. Die kleine Widerstandsgruppe schien nun die Wirklichkeit zu verlassen um mit dem Griff nach den Sternen in einem besseren Hier und Heute anzukommen. Ob´s gelingt?

 

Am Bühnenrand agierte als Instrumentalist Dominik Trippelt mit Künstlername „Margarethe Zucker.“ Er sorgt mit Synthesizer und E-Bass in den verschiedensten Tonlagen für die passende elektronisches Klanguntermalung.

 

Und: In der Reihe vor unseren angestammten Theaterplätzen saßen Pascal Thomas, seit 2011 Ensemblemitglied des Gießener Theaters, sowie eine weitere junge Schauspielerin. Beide spendeten am Ende der Aufführung frenetisch Beifall und animierten die Zuschauer zu weiteren Beifallskundgebungen. Die kleine Gruppe auf der Bühne agierte aber auch mit so viel Spielfreude, Wortwitz und Situationskomik, dass es ein Vergnügen war, ihnen zuzusehen.

Fazit: zeitgenössisches Theater setzt sich mit der Realität der Gegenwart auseinander und stellt häufig eine Herausforderung für das Publikum dar. Stimmt: keine leichte Kost, die man uns servierte – machte uns nachdenklich. Aber wenn das so gut umgesetzt wird wie in Gießen sagen wir: Gerne wieder!

GS

 

Die Geierwally – ein schöner Theaterabend am 23.04.2023 in Weilburg

Die Geierwally – ein schöner Theaterabend am 23.04.2023 in Weilburg

Wieder einmal mit einem vollbesetzten großen Bus (53 Personen) der Firma Plus-Bus-Tours Lich starteten wir zu einem kulturellen Event: »Die Geierwally«. Das Ensemble der Theatergastspiele Fürth gastiert am Sonntag, den 23.4.2023 in der Stadthalle „Alte Reitschule“ in Weilburg.

Leider war akustisch nicht alles gut zu verstehen. Der eine oder andere wird sich im ersten Moment gefragt haben: „Schwätze die deutsch?“  Aber klar doch, bayrisch sogar – wie sich das für ein Alpendrama gehört!

Das Ensemble agierte mit Herzblut und Leidenschaft auf der kleinen Bühne der Stadthalle und am Ende gab es verdienten lang anhaltenden Applaus für die 8 Mitwirkenden. Viele der Akteure haben wir auch schon in Fernsehserien gesehen, so z. B. Robert Heckner (er spielte den alten Bergbauern) in  der „Bulle von Tölz“ und in den „Rosenheimcops“.

Der Name „Alte Reitschule“ bezieht sich auf den ehemaligen Viehhof des imposanten Weilburger Schlosses, wo die fürstliche Pferde einst ihre Runden drehten. Heute wird die Reithalle nach umfangreicher Umbauten  von der Stadt Weilburg als Stadthalle für Veranstaltungen benutzt.

 

Tosca am 31.03.2023

Tosca am 31.03.2023

Eine ungewöhnliche, aber trotzdem sehr schöne Aufführung der Oper „Tosca“ von Giacomo Puccini sahen wir am 31. März im Stadttheater Gießen. Die 70 Musiker des aufgestockte Philharmonische Orchesters sitzen während der Aufführung auf der Bühne. Auch sonst ist vieles neu:

In schwarz-weißen Video-Rückblenden wird von einer hinzu gedichtete Liebesgeschichte von Scarpia und Tosca erzählt, die Aufnahmen dazu drehte das Team in Rom. Weitere Einblendungen zeigten unter anderem Massenkundgebungen und Militärparaden und alle Bösewichte dieser Welt. Nun ja.

Bei Puccini sind am Ende dieser dramatischen Liebesgeschichte alle Protagonisten tot.  In der Gießener Inszenierung darf Tosca jedoch weiterleben: sie springt nicht von der Engelsberg sondern schlendert im blauen Abendkleid zum Ausgang.

Publikumsliebling Grga Peroš als Scarpia, Michael Ha als Cavaradossi und  Margarita Vilsone als Tosca lieferten eine Meisterleistung ab. Am Ende gab es reichlich Applaus für die Akteure. Und erneut waren wir angenehm überrascht von  einer der neuartigen Inszenierungen im Gießener Theater.

Jahreshauptversammlung am 17.3.2023

Jahreshauptversammlung am 17.3.2023

Am Freitag, den 17. März 2023  fand im Bürgerhaus  Allendorf/Lda. die 71. Jahreshauptversammlung des Kulturrings Allendorf/Lda. statt. Die Veranstaltung war sehr gut besucht – es mussten sogar noch Stühle dazu gestellt werden.

Zu den Aktivitäten im 2. Halbjahr 2023 gehörte im Juli eine Fahrt nach Fulda ins Schlosstheater zum Musical „Robin Hood“. Es folgte die alljährliche Fahrt zur Freilichtbühne Hallenberg. Dort sahen wir „Manche mögens heiß – das St. Pauli Musical“. Eine Tagesfahrt nach Bad Arolsen mit Schlossführung und Schiffsrundfahrt auf dem Edersee fand im September statt. Ein gemütliches Beisammensein anlässlich des 70jährigen Bestehens des Kulturrings fand coronabedingt mit Verspätung am 15. Oktober im Bürgerhaus Climbach statt. Überraschend gelungen war auch der Liederabend im Hofgut-Theater Rabenau-Odenhausen von Gudrun Maecker.

Aufgrund des Intendantenwechsels im Gießener Theater fand die Präsentation des neuen Programms erst am 21. Oktober statt – und nicht wie in den vergangenen Jahren bereits im Mai. Zur Aufführung der „Gefährlichen Operette“ waren die „Theaterdamen“ bereits Anfang Oktober eingeladen worden – eine etwas gewöhnungsbedürftige Vorstellung. Zum ersten Mal wieder im Gießener Stadttheater mit vielen Mitgliedern waren wir nach 2 Jahren Corona-Pause am 11. Dezember, gespielt wurde der „Hundepark“, ein Schauspiel über  die kriminellen Machenschaften der Leihmutterschaft.

Die Fotogruppe unternahm  im vergangenen Jahr eine Exkursionen nach Homberg ins Schächerbachtal und eine weitere nach Butzbach. In der Climbacher Kirche wurde anlässlich „100 Jahre Backhaus Climbach“ eine Multimediashow über das Brotbacken gezeigt.

Geehrt wurden für 50 Jahre Mitgliedschaft  Waltraud Reinhardt und für 60 Jahre Mechthild Schwalb und Anneliese Haubfleisch.

 

Auch für  das laufende Jahr stehen bereits einige Events fest:

31.03. „Tosca“ Oper – Stadttheater Gießen

23.04. „Geierwally“ Schauspiel in Weilburg

05.05. „Mädchenschule“ Schauspiel – Stadttheater Gießen

11.06. „Passion“ Freilichtbühne Hallenberg

22.06.  „La Clemenza di Tito“ Oper, Stadttheater Gießen

21.10. „Die lustigen Weiber von Windsor“ – Marionettentheater Eckelshausen

In Planung ist noch eine Fahrt in den Hessenpark nach Neu-Anspach.

 

Der Vorstand zeigt sich zufrieden mit der bisherigen Resonanz auf die organisierten Veranstaltungen.

Teilweise sind einige Veranstaltungen auch schon ausgebucht, so dass wir erneut eine Warteliste führen müssen. Entgegen dem allgemeinen Trend konnte der Kulturring allein im letzten Jahr  20 neue Mitglieder begrüßen und auch in diesem Jahr haben sich bereits wieder einige neue Mitglieder angemeldet.

Aktualisiert wurde inzwischen auch unsere Webseite: www.kulturring-allendorf

GS

 

Naujahrsvarieté der Ovag in Bad Nauheim am 12. Januar 2023

Naujahrsvarieté der Ovag in Bad Nauheim am 12. Januar 2023

Fast 50 Mitglieder des Kulturrings sahen in diesem Jahr wieder eine grandiose Vorstellung im historischen  Luxushotels DOLCE by Windham. Juwel dieses Hotels  ist das im Jugendstil rekonstruierte Theater mit seinen 730 Sitzplätze.

Ein außergewöhnlicher Mix aus atemberaubender Akrobatik und packender Unterhaltung brachten uns zum Staunen, Lachen und Zittern.

Es moderierte Karsten Stiers der alljährlich unter unter dem Namen Karsten Glück die erfolgreichste deutsche Kinderlieder-Serie »die 30 besten…..« einsingt.

Hier eine Auswahl von über 20 Programmpunkten – sensationell waren sie alle:

Zu beginn des Programm schwangen sich hoch oben unter der Decke drei festlich gewandete Figuren in Brautkleid und Frack auf langen biegsamen Stangen elegant hin und her – Catwall Acrobats  aus Kanada.

Kateryna Nikoforova (Ukraine) jonglierte mit vielen kleinen Bällen, so schnell konnten wir gar nicht gucken.

Schlangenfrau Sheyen Caroli  (Italien) konnte ihren Körper in Positionen verbiegen, so dass wir uns fragten: Hat diese Frau denn keine Knochen?

Modellflugartist Daniel Golla aus dem Landkreis Kassel ließ mit Geschick seine Modellflieger über den Köpfen des Publikums Kapriolen schlagen. Und ich flieg, flieg, flieg…

Eine „artistische Sensation“  aus Kuba: Das Duo Leosvel und Diosmani. Leosvel streckte sich an einer fünf Meter hohen Metallstange komplett in die Horizontale – seinen Körper nur mit beiden Händen an der Stange haltend und sein Partner machte auf seinen Bauchmuskeln einen Handstand. Damit haben sie Dieter  Bohlen schon beim „Supertalent“ schwer begeistert.

Eine unglaubliche Horrortanz-Zaubershow mit der zwölfköpfige Gruppe „Magus Utopia“ aus Holland mit einer  skurrile Choreographie: Schöpfer und Darsteller Marcel Kalisvaart hatte sich gerade  mit seinem hässlichen Schlafanzug ins Bett gelegt, da stieg er auch als Zombie schon wieder auf. Und als er zu guter Letzt in einen kleinen Käfig gesperrt wurde und dieser an der Decke baumelnd durchbohrt und angezündet wurde, wachte er sogleich in seinem Bett wieder auf – wieder im Schlafanzug. Wie kann das sein??

Spektakulär waren auch  die waghalsige Trapeznummern des Duos High Tension (Deutschland/Schweiz) und der sinnliche Flug der Japanerin Yuchan Iizuka an Gurten durch den Artistenhimmel. Sie war in ihren Spitzendessous genauso ein Augenschmaus wie für die die holde Weiblichkeit u.a. Oleg Izossimov (Moskau) in seinem knappen weißen Trikot: in einer Mischung aus Eleganz und Ballett zeigte er einen unglaublicher Balance-Akt.

Die Groupe Dobrovitskyi aus Russland in Bäckerkleidung an Flugstangen und Trapez: fliegende Menschen die mit Saltos durch die Luft fliegen und in den Armen des Fängers landen. D. h. die Bäckermadls wurden zu fetziger

Rock ’n’Roll Musik von Elvis Presley durch die Luft geschleudert und die Bäckerburschen fingen sie auf.

Zum Lachen gab es etwas mit dem Bauchredner Marc Métral aus Frankreich mit seinem Hund Lilli, der scheinbar sprechen kann. „Wau-wau“ konnte er zwar nicht sagen, aber „Miau“.

Die zehnköpfigen Kraft- und Luftakrobaten „Khadgaa“ aus der Mongolei in ihren folkloristischen Kostümen baute menschliche Pyramiden, stemmte Gewichte und wirbelte die Damen  mit Leichtigkeit durch die Luft. Und nein, der Sänger war nicht im Stimmbruch und die Geige war auch nicht verstimmt: so klingt eine  mongolische Pferdekopfgeige

zum mongolischen Kehlkopfgesang Höömij. Fremde Klänge für unsere Ohren.

Während des lang anhaltenden Beifalls am Ende der über 3-stündigen Show ergossen sich Glitzerschlangen und Luftballons auf Bühne und Saal. 45 Artisten aus 15 Nationen zeigten wieder mal eine überwältigende Show. Wir waren begeistert und sicher nicht zum letzten Mal im Neujahrsvarieté.

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CATERINA CORNARO (Oper von Gaetano Donizetti) im Stadttheater Gießen am 6. Jan. 2023 Eine grandiose Vorstellung!

CATERINA CORNARO (Oper von Gaetano Donizetti) im Stadttheater Gießen am 6. Jan. 2023 Eine grandiose Vorstellung!

Bei der Auswahl des Theaterprogramms für die Saison 2022/2023 fiel unsere Wahl auf dieses unbekannte Werk von Donizetti.

Das Gießener Theater hatte in den letzten Jahren schon mehrfach in Vergessenheit geratene Opern von Donizetti auf dem Spielplan, die uns alle begeistert haben: 2004 Lucretia Borgia, 2010 La Favorita und 2015 Linda di Chamounix. Vor allem die lebhafte und temperamentvolle Musik Donizettis ist immer wieder ein Genuss.

Und wer ist Caterina Cornaro? (nein nicht Corona)  Eine Oper, die seit der Uraufführung 1844 noch auf keiner deutschen Bühne zu erleben war. Vor Beginn der Vorstellung lief im Schnelldurchlauf eine Bilderserie über die historischen Hintergründe der Titelfigur. Dabei waren Parallelen zu Promi-Hochzeiten aus der jüngsten Vergangenheit, die beim Publikum ein Schmunzeln hervorriefen.

 

Carina Cornaro wurde im 15. Jahrhundert als venezianische Patriziertochter im Alter von vierzehn Jahren mit dem König von Zypern zwangsverheiratet, um den Inselstaat unter den politischen Einfluss von Venedig zu bringen. Dort wird sie zum Spielball der Mächtigen, die ihr bitteres Los tapfer erträgt.

In der Gießener Inszenierung steht  Caterina in einer edlen Staatsrobe aus Seidendamast  in einer Vitrine, von wo aus sie den Ereignissen tatenlos zuschauen muss. „Und die schöne Braut – sie weinet“. Nach dem Tod ihres Gatten rafft sie ihren Rock, macht einen großen Schritt aus der Vitrine heraus und  appelliert als neue Herrscherin an Mut und Zuversicht der Zyprioten. Wie die  historische Caterina Cornaro,  die nach dem Tod ihres Mannes 1473 zur letzten und geliebten Königin von Zypern wurde.

 

Von dem neuen  jungen Ensemble des Theaters ist vor allem die in Montevideo geborene  Julia Araújo in der Rolle der Caterina Cornaro  mit ihrem hervorragenden Sopran zu  nennen. Grga Peros als Lusignano – König von Zypern  – ist seit 2016 Ensemblemitglied im Gießener Theater. Er  sieht nicht nur gut aus, sondern singt auch noch wie ein junger Gott. Und seit September 2020 ist der armenischstämmige Dirigent Vladimir Yaskorski Erster Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor.

Er dirigierte die Partitur mit richtig viel Schmackes. 

Fazit:  Das war Spitze!

Bei der Auswahl des Theaterprogramms für die Saison 2022/2023 fiel unsere Wahl auf dieses unbekannte Werk von Donizetti.

Das Gießener Theater hatte in den letzten Jahren schon mehrfach in Vergessenheit geratene Opern von Donizetti auf dem Spielplan, die uns alle begeistert haben: 2004 Lucretia Borgia, 2010 La Favorita und 2015 Linda di Chamounix. Vor allem die lebhafte und temperamentvolle Musik Donizettis ist immer wieder ein Genuss.

Und wer ist Caterina Cornaro? (nein nicht Corona)  Eine Oper, die seit der Uraufführung 1844 noch auf keiner deutschen Bühne zu erleben war. Vor Beginn der Vorstellung lief im Schnelldurchlauf eine Bilderserie über die historischen Hintergründe der Titelfigur. Dabei waren Parallelen zu Promi-Hochzeiten aus der jüngsten Vergangenheit, die beim Publikum ein Schmunzeln hervorriefen.

 

Carina Cornaro wurde im 15. Jahrhundert als venezianische Patriziertochter im Alter von vierzehn Jahren mit dem König von Zypern zwangsverheiratet, um den Inselstaat unter den politischen Einfluss von Venedig zu bringen. Dort wird sie zum Spielball der Mächtigen, die ihr bitteres Los tapfer erträgt.

In der Gießener Inszenierung steht  Caterina in einer edlen Staatsrobe aus Seidendamast  in einer Vitrine, von wo aus sie den Ereignissen tatenlos zuschauen muss. „Und die schöne Braut – sie weinet“. Nach dem Tod ihres Gatten rafft sie ihren Rock, macht einen großen Schritt aus der Vitrine heraus und  appelliert als neue Herrscherin an Mut und Zuversicht der Zyprioten. Wie die  historische Caterina Cornaro,  die nach dem Tod ihres Mannes 1473 zur letzten und geliebten Königin von Zypern wurde.

 

Von dem neuen  jungen Ensemble des Theaters ist vor allem die in Montevideo geborene  Julia Araújo in der Rolle der Caterina Cornaro  mit ihrem hervorragenden Sopran zu  nennen. Grga Peros als Lusignano – König von Zypern  – ist seit 2016 Ensemblemitglied im Gießener Theater. Er  sieht nicht nur gut aus, sondern singt auch noch wie ein junger Gott. Und seit September 2020 ist der armenischstämmige Dirigent Vladimir Yaskorski Erster Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor.

Er dirigierte die Partitur mit richtig viel Schmackes. 

Fazit:  Das war Spitze!

Hundepark Stadttheater Gießen am 11. Dezember 2022

Hundepark Stadttheater Gießen am 11. Dezember 2022

Zum ersten Mal wieder im Theater nach 2 Jahren Corona-Pause

 

Am 11. Dezember 2022 sahen wir im Stadttheater Gießen das Schauspiel „Hundepark“ nach dem preisgekrönten

Roman der finnisch-estnischen Schriftstellerin Sofi Oksanen, erschienen 2019.

Hauptfiguren von »Hundepark« sind Olenka und Daria, die  in der Ostukraine eine lukrativen Agentur betreiben, in

welcher Frauen als Leihmütter und Eizellenspenderinnen für reiche kinderlose Ehepaare aus Ost und West angeworben werden.

Als ein Mord geschieht, flüchten beide nach Finnland und begegnen sich 2016 in Helsinki im Hundepark zufällig wieder. Von hier aus wird die Geschichte in zeitlichen Sprüngen rückblickend erzählt mit Einblendungen von Zeit- und Ortsangaben – teilweise etwas verwirrend. So erfahren wir  immer mehr über den Aufstieg und Fall Olenkas. Mit dabei: Mord, Betrug, reiche Oligarchenfrauen, Drogenhandel, Armut rund um die Ausbeutung ihrer Kundinnen.

Eine am Bühnenrand postierte Live-Band erzeugt mit schrillen Outfits einen seltsamen Popsound mit ukrainischen und deutschen Liedern. Die Sängerinnen: vier junge Frauen aus Gießen mit ukrainischen Wurzeln.

Nach der Pause waren ihre Instrumente zugehängt. Die Szenen werden kürzer, die Dialoge hektischer – und auf einmal war Ende.

Keine leichte Kost, aber eine beeindruckende Vorstellung – es machte uns nachdenklich. Das brisante Thema wurde gut  umgesetzt von der neuen Intendantin Simone Sterr und ihrem Team.

Am Ende gab es verdienten Applaus für alle Mitwirkenden.